Lesen und Sprechen schwer

Formel-1-Neuling verblüfft trotz zwei Krankheiten

Arvid Lindblad fuhr bei seinem Formel-1-Debüt sofort in die Punkteränge. Dabei kämpft der Rookie schon länger mit zwei Krankheiten.
Sport Heute
12.03.2026, 07:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Reise von Melbourne weiter nach Shanghai dürfte für Arvid Lindblad wie ein Traum gewesen sein. Der einzige Neuling im aktuellen Formel-1-Feld schafft es bei seinem Debüt auf den sensationellen achten Platz. .

"Es war sehr aufregend für mich, gegen diese Jungs zu fahren. Mit Lewis im Fernsehen bin ich aufgewachsen", erzählt Lindblad über sein großes Idol Hamilton. "Er war einer der Hauptgründe, warum ich mich in diesen Sport verliebt habe. Es war wirklich cool, gegen ihn zu kämpfen. Das waren definitiv einige Momente, in denen ich mich kneifen musste."

Viertjüngster Debütant aller Zeiten

Was am Sonntag beim ersten Grand Prix des Jahres in Australien passiert ist, war kein Traum, sondern pure Realität. Lindblad ist mit 18 Jahren und 212 Tagen der viertjüngste Debütant in der Geschichte der Formel 1 – und der drittjüngste Punktesammler überhaupt. In beiden Fällen hält Max Verstappen den Rekord, der beim Red-Bull-Schwesterteam mit nur 17 Jahren startete und inzwischen viermal Weltmeister ist.

Auch Lindblad selbst hat schon einige Altersrekorde aufgestellt. Noch bevor er zum Teamkollegen von Liam Lawson wurde, war der gebürtige Londoner der jüngste Rennsieger in der Formel 3 (mit 16) und später auch in der Formel 2 (mit 17 Jahren).

Ein echtes Multikulti-Talent

Jetzt misst er sich mit Namen wie Verstappen und Hamilton. "Ich weiß schon, dass ich der Neue bin, aber wenn ich im Auto sitze, bin ich ein beinharter Gegner. Ich werde jede Chance nutzen, die sich mir bietet", sagt Lindblad. Seine Mutter Anita stammt ursprünglich aus Indien, sein Vater Stefan ist Schwede.

Seine Eltern haben sich an einer privaten Wirtschaftshochschule in Paris kennengelernt und sind dann nach Hampstead im Norden Londons gezogen. Die Großeltern mütterlicherseits kommen aus dem Teil der indischen Region Punjab, der nach der Teilung 1947 zu Pakistan wurde. Beide wurden später Ärzte und sind Ende der 1960er-Jahre nach Großbritannien ausgewandert. In dieser Saison wollen sie ihren Enkel sogar im Fahrerlager unterstützen.

Mit 13: Schwere Diagnose

Dass Lindblad es überhaupt in die Formel 1 geschafft hat, grenzt an ein Wunder. Mit 13 Jahren wurde bei ihm Zöliakie festgestellt – eine chronische Autoimmunerkrankung. Gluten löst dabei Entzündungen in der Darmschleimhaut aus. "Das hat mich sehr mitgenommen. Ich habe etwa zwei Jahre gebraucht, um mich davon vollständig zu erholen", erzählt Lindblad dem "Telegraph".

Die Krankheit hat auch sein Wachstum beeinflusst. "Ich bin jetzt genauso groß, wie ich es schon mit 13 war. Mein kleiner Bruder, der jetzt in diesem Alter ist, ist bereits größer als ich", sagt Lindblad. Mit 1,73 Meter ist er aber im engen Cockpit bestens aufgehoben. "Alles geschieht aus einem bestimmten Grund, oder?"

Auch noch Dyslexie

Doch damit nicht genug: Lindblad macht aus seinen Herausforderungen das Beste. Er kämpft auch mit Dyslexie, einer Lernstörung, die das Lesen, Schreiben und Sprechen erschwert. "Ich hatte nicht immer das einfachste Verhältnis zu Büchern", gibt er zu. Deshalb hat er für die Matura Mathematik und Chemie gewählt.

Einen besonders surrealen Moment erlebte Lindblad beim Frühstück: Da rief plötzlich der frühere Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko an – jener Mann, der auch Verstappen und Sebastian Vettel auf dem Weg in die Formel 1 unterstützt hat. Die Förderung von Red Bull kann eine Karriere richtig beflügeln. Mit 13 wurde Lindblad Red-Bull-Junior, die Lizenz für die Formel 1 bekam er mit 17.

Hamilton: "Er soll es genießen"

Jetzt gehört Lindblad zu den 22 besten Formel-1-Piloten der Welt. Sein Idol Hamilton meint dazu: "Er soll es genießen. Man wird ins kalte Wasser geworfen, und es dauert eine Weile, bis man sich an den Zirkus hier gewöhnt hat."

"Es wird auch schlechte Tage geben, aber man sollte das nicht zu schwer nehmen." An der Vergangenheit könne man sowieso nichts ändern, es gehe nur darum, wie man nach vorn kommt, sagt Hamilton weiter. Lindblad scheint seine Strategie schon gefunden zu haben.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.03.2026, 07:51, 12.03.2026, 07:46
Jetzt E-Paper lesen