Es klingt wie ein Abenteuer aus vergangenen Zeiten: Ein internationales Expeditionsteam hat mitten in der Antarktis eine Insel entdeckt, die in keiner Seekarte der Welt verzeichnet ist. Das kleine Felseiland liegt im Weddellmeer und wurde von der Besatzung des deutschen Forschungseisbrechers Polarstern gesichtet.
Zuerst hielten die Forscher den Fund für einen verschmutzten Eisberg – doch bei näherem Hinsehen entpuppte sich der vermeintliche Eiskoloss als echte Insel. Das Eiland misst rund 130 Meter in der Länge und etwa 50 Meter in der Breite.
Wie Spektrum.de berichtet, ist die neu entdeckte Mini-Insel bislang völlig unkartiert und hat noch keinen Namen erhalten. Die Entdeckung zeigt, dass selbst in Zeiten modernster Satellitentechnik noch Überraschungen in den entlegensten Regionen der Erde möglich sind.
Das Weddellmeer gilt als eines der unzugänglichsten Gebiete der Antarktis. Große Teile sind ganzjährig von dickem Packeis bedeckt, was die Erforschung extrem erschwert. Dass ausgerechnet hier ein Stück Land unentdeckt blieb, überrascht Experten daher weniger, als man meinen könnte.
Die Polarstern ist eines der leistungsfähigsten Forschungsschiffe der Welt und seit Jahrzehnten im Dienst der Wissenschaft unterwegs. Der Eisbrecher gehört zum Alfred-Wegener-Institut und hat schon zahlreiche wichtige Entdeckungen in den Polarregionen ermöglicht.