"Heute"-Interview

FPÖ-Fiedler: "Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten"

Im großen "Heute"-Interview spricht Helmut Fiedler, Landesgeschäftsführer und Bildungssprecher der FPÖ in NÖ über Schule, Noten und Migration.
Erich Wessely
23.07.2026, 05:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Im "Heute"-Interview spricht Helmut Fiedler, FPNÖ-Landesgeschäftsführer und Bildungssprecher der Freiheitlichen in NÖ, über Wahlchancen 2028, Bildung, Schulnoten und wann Kinder Deutsch lernen sollten.

"Heute": Herr Fiedler, wie schätzen Sie die aktuelle politische Lage auf Bundesebene und auf Landesebene ein?

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Helmut Fiedler: "Das einzige politische Ziel dieser Regierung ist es, einen Volkskanzler Herbert Kickl zu verhindern. Und das ist das zu wenig für ein zukunftsfähiges und zukunftsfittes Österreich. Und auf der Landesebene schaut die Situation wie folgt aus: Die Regierung in Niederösterreich arbeitet hart und tagtäglich an ihrem Arbeitsprogramm. Wenn man in die Bevölkerung hineinhört, und gerade im Sommer ist man viel unterwegs, merkt man, dass der Zuspruch für die Freiheitliche Partei auch in Niederösterreich von Tag zu Tag größer wird."

VIDEO: Das ganze Interview mit Helmut Fiedler

"Glattes 'Nicht genügend' für Bundesregierung"

"Heute": Welche Schulnote würde es für die Regierungsarbeit im Bund und im Land geben?

Fiedler: "Ich glaube, ich bin nicht dafür da, dass ich jetzt Zeugnisnoten oder Schulnoten verteile. Wenn man aber in die Bevölkerung hineinhört, dann bin ich eigentlich der felsenfesten Überzeugung, dass die österreichische Bevölkerung der Bundesregierung ein glattes ,Nicht genügend' geben würde. Warum ist das so? Weil sie einfach eine Politik macht, die komplett an der Lebensrealität der Österreicher vorbeigeht.

"Auf Landesebene arbeiten wir das Arbeitsprogramm Punkt für Punkt ab, weil es einfach wichtig ist und wir einen klaren Wählerauftrag erhalten haben. Und deswegen bin ich der Überzeugung, dass es in Niederösterreich ein 'Gut' gibt für diese Regierungsarbeit."

"Brauchen Schulterschluss mit der Bevölkerung"

"Heute": Was würde die FPÖ in der Bundesregierung besser machen?

Fiedler: "Wir brauchen den Schulterschluss mit der Bevölkerung. Wir würden wieder Politik für die Menschen machen."

"Heute": Innerhalb der FPÖ ist der Glaube da, den ersten Platz bei der Landtagswahl 2028 in Niederösterreich zu erreichen. Ist das ein realistisches Ziel?

Fiedler: "Ja, unser Ziel als FPÖ Niederösterreich ist ganz klar für die Landtagswahl im Jahr 2028, dass wir eine Politik in Niederösterreich machen, dass alle anderen Bundesländer sagen: So wie Niederösterreich wollen wir auch Politik machen."

"Heute": Ein Landeshauptmann Udo Landbauer?

Fiedler: "Das ist möglich. Wir haben genau die richtige Person, mit der wir ins Rennen für die Landtagswahl in NÖ 2028 gehen."

"Ohne Deutsch gibt es keine Bildung"

"Heute": Deutsch wird immer wieder als Schlüssel zur Bildung genannt. Was braucht es hier wirklich?

Fiedler: "Ohne Deutsch gibt es keine Bildung. Das heißt, wir können nicht beginnen, Kinder, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, erst in der Schule damit zu fördern. Es muss schon viel, viel früher beginnen. Wir wollen Klassenzimmer haben, wo der Lehrer wieder seinem Bildungsauftrag nachkommen kann. Und deswegen benötigen wir ein Grundniveau an Deutschkenntnissen."

Deutsch-Förderung? "Ab dem ersten Tag"

"Heute": Ab wann muss Deutsch konkret gefördert werden?

Fiedler: "Ab dem ersten Tag, wo diese Kinder in Österreich sind. Das heißt umgelegt ab dem Kindergarten. In welchem Ausmaß ist davon abhängig, welche Grundkenntnisse es gibt."

FPNÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler: "Deutsch-Förderung darf nicht erst in der Schule beginnen."
Sabine Hertel

"Heute": Früher war der Beruf Lehrer ein Traumjob mit neun Wochen Sommerferien und zwei Wochen Winterferien. Mit sogenannten Brennpunktschulen wird es für Lehrer immer härter. Kann man hier überhaupt gegensteuern?

Fiedler: "Das betrifft vor allem Wien, aber es gibt auch Entwicklungen in den Bezirkshauptstädten in Niederösterreich. Immer mehr Kinder mit zu wenigen Deutschkenntnissen sitzen in unseren Klassenzimmern. Der Brennpunkt passiert nicht von heute auf morgen. Es ist ein schleichender Prozess. Und da müssen wir entgegensteuern. Deutsch-Förderung darf nicht erst in der Schule beginnen. Es muss vom ersten Tag an, wo sich diese Kinder bei uns in Österreich befinden, einsetzen, vor allem im Kindergarten. Wir benötigen Deutsch-Feststellungen und natürlich brauchen wir auch die Bereitschaft und integrationswillige Mitbürger. Es kann nicht sein, dass der Staat Österreich mit unserem Steuergeld alles vorsieht und unterstützt."

"Heute": Kommen wir zu zwei Ja- oder Nein-Fragen. KI und Handy im Unterricht?

Fiedler: "Nein. Wir dürfen uns neuen Technologien nicht verschließen, aber eine gute Schule funktioniert zum großen Teil durch sehr gute Lehrer, Konzentrationsfähigkeit der Kinder und die Bereitschaft, Anstrengungen hinzunehmen."

"Noten sind motivierend"

"Heute": Schule ohne Noten, Ja oder Nein?

Fiedler: "Nein. Noten sind orientierungsgebend und auf der anderen Seite motivierend."

"Heute": Wie sehen Sie die Arbeit von Bildungsminister Wiederkehr?

Fiedler: "Letztendlich brauchen wir starke Lehrer, starke Schulen und starke Klassenzimmer und keinen Zick-Zack-Kurs. Der pinke Bildungsminister schlittert von einer Pressekonferenz in die nächste Pressekonferenz. Er propagiert die eine Reform, dann die nächste und die nächste."

Hitze: "Direktoren mehr Handlungsspielraum geben"

"Heute": Stichwort Hitzewelle: Könnten Sie sich eine Vorverlegung der Sommerferien oder eine andere Ferienaufteilung vorstellen?

Fiedler: "Das kann ich mir gegenwärtig nicht vorstellen. Warum? Die Temperaturen und das Wetter sind einem ständigen Wechsel ausgesetzt. Wer sagt, dass es nur im Juni heiß sein kann? Wir kennen genauso den einen oder anderen Herbst, wo es im September sehr, sehr heiß sein kann. Also das ist eine Scheindiskussion, die sich hier dreht. Viel, viel wichtiger wäre es, dass wir unsere große Schulinfrastruktur in Niederösterreich, aber natürlich in ganz Österreich, zukunftsfit machen, sodass unsere Schüler und unsere Lehrer ebenfalls einen kühlen Kopf bei heißen Temperaturen behalten können. Zweiter Punkt: Direktoren sollte man bei Hitzewellen mehr Handlungsspielraum geben, um geeignete Maßnahmen treffen zu können. Etwa vielleicht einmal früher Schluss zu machen oder den Schulstart zu verlegen."

{title && {title} } wes, {title && {title} } 23.07.2026, 05:15