Am Wochenende wird die neue Formel-1-Saison in Melbourne (AUS) eröffnet. Heute.at beantwortet die wichtigsten Fragen, bevor die Motoren erstmals aufheulen.
Am Wochenende wird die neue Formel-1-Saison in Melbourne (AUS) eröffnet. Heute.at beantwortet die wichtigsten Fragen, bevor die Motoren erstmals aufheulen.
Welches Team hinterließ bei den Testfahrten den stärksten Eindruck?
Red Bull dürfte wieder die Nase vorne haben, allerdings war der Abstand auf McLaren nicht allzu groß. Mit guten Zeiten überraschten aber auch Mercedes und Lotus. Den "Silberpfeilen" trauen Experten sogar den einen oder anderen Rennsieg zu.
Wieso haben fast alle Autos einen Höcker auf der Nase?
Der Weltverband FIA änderte die Regeln, wie hoch die Nase maximal sein darf (). Etwa auf Höhe der Vorderachse muss das Chassis aber wieder höher sein, damit der Fahrer geschützt ist. Der Unterschied ist so groß, dass eine Stufe entsteht. Nur nicht bei McLaren - das englische Team musste dafür Kompromisse bei der Vorderradaufhängung eingehen.
Wird es in dieser Saison wieder so viele Überholmanöver geben?
Wahrscheinlich werden es ein bisschen weniger sein. Zwar gibt es nach wie vor die Überholhilfen KERS und DRS, aber Pirelli hat die Reifenmischungen verändert. Im Vorjahr betrug der Unterschied zwischen der harten und weichen Mischung mehrere Zehntelsekunden pro Runde. Diese Differenz soll nun kleiner sein.
KERS und DRS, was ist das?
KERS (Kinetisches Energierückgewinnungssystem) funktioniert ähnlich wie ein Hybridauto. Beim Bremsen werden durch die freigewordene Energie Batterien aufgeladen. Per Knopfdruck kann ein Fahrer dann pro Runde 6,7 Sekunden lang einen Elektromotor hinzuschalten, der dem Boliden 82 zusätzliche PS beschert.
DRS (Drag Reduction System) kann der Fahrer innerhalb einer gekennzeichneten Zone aktivieren. Dann wird ein Teil des Frontflügels flachgestellt. Das Auto hat dann für kurze Zeit weniger Luftwiderstand und ist somit schneller (bis zu 15 km/h).
Wird der Grand Prix von Bahrain in diesem Jahr stattfinden?
Im letzten Jahr wurde das Rennen wegen der politischen Unruhen abgesagt. In diesem Jahr will man aller Bedenken von Menschenrechtsorganisationen zum Trotz den Grand Prix durchführen. Bernie Ecclestone ist federführend in der Liga der Befürworter des Rennens. Etliche Fahrer und Teambesitzer würden das Rennen lieber auslassen. Im Endeffekt haben die Versicherungsanstalten das letzte Wort, ob sie den Rennställen Reiseversicherungen anbieten. Sollte dies nicht der Fall sein, würde das Rennen erneut abgesagt werden.
Wieso heißt Renault jetzt Lotus und Lotus jetzt Caterham?
Dem Namenswechsel beider Teams ging ein Rechtsstreit voraus. Teamchef Tony Fernandes (Caterham) hatte 2009 die Namensrechte des ehemaligen Formel-1-Rennstalls, für den auch Jochen Rindt fuhr, gekauft. Kurz darauf entschied sich aber der Automobilhersteller Lotus, Anteile am Renault-Rennstall zu kaufen und das Team umzubenennen.
Beide Teams wollten die Namensrechte allerdings exklusiv und so landeten beide Teams vor dem Richter. Fernandes bekam Recht, verzichtete aber dann doch auf den Namen. Er hatte in der Zwischenzeit den britischen Sportwagenhersteller Caterham gekauft und benannte daraufhin sein F1-Team um.
Wie groß sind die Chancen, dass ein Österreicher zumindest ein Rennen bestreitet?
Zwischen 0 und 1 Prozent. Am ehesten wäre es Alexander Wurz, der von Williams als Fahrermentor engagiert wurde. Damit der Niederösterreicher aber fahren könnte, müssten wohl beide Stammpiloten (Bruno Senna und Pastor Maldonado) krankheitsbedingt ausfallen. Kein einziges Formel-1-Team hat einen Österreicher als Ersatzfahrer engagiert.
Wird es wieder so eine langweilige Saison, in der Sebastian Vettel nicht zu schlagen sein wird?
Wahrscheinlich nicht. Zwar ist Vettel wieder WM-Kandidat Nummer eins, doch Teamkollege Mark Webber hinterließ bei den Tests einen starken Eindruck und wirkte cooler als in den Jahren zuvor. Mit "Reifenflüsterer" Jenson Button ist auch heuer wieder zu rechnen. Ein Fragezeichen steht wieder hinter Lewis Hamilton, der seine privaten Probleme (On-off-Beziehung mit Nicole Scherzinger, Streit mit Vater...) überwunden hat und geläutert wirkt. Was die Spannung zusätzlich erhöht: Noch nie waren sechs Weltmeister am Start.
Und was ist mit Ferrari?
Nach nur einem Sieg in der letzten Saison wurde das neue Auto radikal umgebaut. Offenbar zu radikal, denn bis zum letzten Test in Barcelona kämpften die Ingenieure damit, das Auto richtig abzustimmen. Zudem dürfte der F2012 nicht gerade schonend mit den Reifen umgehen, was in dieser Saison ein Kriterium sein wird. Die Italiener haben Podiumsplätze zum Saisonbeginn bereits abgeschrieben. Aber so wie es derzeit aussieht müsste schon ein Wunder passieren, damit die "Roten" um den Sieg mitfahren können.
Gibt es in dieser Saison wieder eine neue Strecke im Kalender?
Ja, im November kehrt der Grand Prix der USA zurück. Gefahren wird auf einer nagelneuen Rennstrecke in Austin (Texas). Aufgrund von Finanzengpässen gab es aber Baustopps. Die Rennstreckenbetreiber versichern zwar, dass alles wie geplant fertig wird, endgültige Gewissheit werden wir aber wohl erst im Sommer haben ().
Wer wird Weltmeister?
Bis auf wenige Ausnahmen tippen alle Experten auf Sebastian Vettel. Mark Webber sowie das McLaren-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton werden im Vorfeld als die größten Rivalen genannt.