Nach der 1:2-Klatsche gegen Aufsteiger Paderborn findet sich das Team von Coach Adi Hütter im Abstiegskampf wieder. Wie reagieren die Hessen auf den Absturz?
Nach der verspielten 2:0-Führung am Mittwoch zuhause gegen den 1. FC Köln (2:4) hatten die Anhänger von Eintracht Frankfurt den Sündenbock ausgemacht. Noch ein Held im Spiel gegen die Bayern (5:1) wurde Djibril Sow von den eigenen Fans für sein Auftreten gerügt. "Das war die schlechteste Einwechslung des Jahres, die uns das Spiel gekostet hat. Völlig von der Rolle, trabt lustlos den Gegnern hinterher", quittierte etwa das Frankfurter Fan-Forum die Leistung des Schweizers.
Ruhepause statt Straftraining
Rückendeckung erhielt Sow zumindest von seinem Trainer Adi Hütter. Der Vorarlberger hatte nach der Schmach gegen Köln seinen Spielern am Freitag nicht etwa ein Straftraining auferlegt, sondern zwei Tage vor dem letzten Vorrundenspiel gegen den SC Paderborn eine Ruhepause angeordnet. So kann man die Erklärung von Offensivmann Mijat Gacinovic, der die Niederlage gegen den Aufsteiger (1:2) mit der Doppelbelastung in der Europa League begründete, kaum gelten lassen. Ohne den siebenfachen Torschützen Goncalo Paciencia fehlte es der Eintracht in der Offensive an Durchschlagskraft und in der Verteidigung stand man zu offen.
Mit der schwachen Leistung gegen den mit unbändigem Siegeswillen ausgestatteten SC Paderborn setzte Frankfurt zudem eine Negativserie fort. Vier Spiele in Folge haben die Hessen bereits verloren und liegen nach der Hinrunde auf Rang 13. Nur drei Punkte trennen das Team von Adi Hütter vom Relegationsplatz. Die letzten Siege gab es in der Bundesliga im November gegen Bayern München und in der Europa League gegen Arsenal – mit einem faden Beigeschmack für Frankfurts Gegner. Die letzten Siege der Frankfurter bedeuteten gleichzeitig die Trainerentlassungen bei Bayern (Niko Kovac) und Arsenal (Unai Emery). Adi Hütter droht dagegen (noch) keine Entlassung. "Eine Trainerdiskussion brauchen wir bei uns gar nicht erst zu beginnen", stellte Frankfurt-Boss Fredi Bobic klar.