Schrecklicher Verdacht

Kinderhandel auf Vinted? Justiz leitet Ermittlungen ein

Die französische Justiz prüft nach Gerüchten über Kinderhandel auffällige Anzeigen auf Vinted. Hinweise auf Straftaten gibt es bisher nicht.
Newsdesk Heute
27.06.2026, 11:20
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Nach Gerüchten rund um Kinderhandel beim Secondhand-Onlinehändler Vinted hat jetzt die französische Justiz Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre, westlich von Paris, hat am Freitagabend gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass eine spezialisierte Abteilung für Straftaten gegen Kinder das Vorermittlungsverfahren leitet.

In sozialen Netzwerken gab es zuletzt viele Videos und Beiträge, in denen der Verdacht geäußert wurde, dass auf Vinted Kinder verkauft würden. Auslöser für diese Spekulationen waren Inserate für Spielsachen oder andere günstige Artikel, die zu extrem hohen Preisen angeboten wurden. Teilweise waren bei diesen Anzeigen Alters- und Größenangaben dabei, die auf kleine Kinder hindeuten könnten. Für manche Artikel wurden vierstellige Preise verlangt, in der Beschreibung wurde auf das Alter, die Körper- oder Kleidergröße von Kindern Bezug genommen.

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Handelt es sich um "verschlüsseltes System"?

Vor allem auf Tiktok ist das Thema schnell viral gegangen. "Schaut euch das an, angeblich eine Harry-Potter-Figur für 30.000 Euro", sagt ein Nutzer in einem Video, das seit Mitte Juni über 112.000 Likes bekommen hat. Nicht nur der Preis werfe "viele Fragen auf", sondern auch die angegebene Größe von 1,58 Meter und das Alter von 13 Jahren. Es könne sich um ein "verschlüsseltes System" für Kinderhandel handeln.

Die französische Kinderbeauftragte Sarah El Haïry hat bereits am Dienstag bekanntgegeben, dass sie bei den Behörden Konten gemeldet hat, "die im Verdacht stehen, in Kinderhandel auf Vinted verwickelt zu sein". Ob sich der Verdacht in einem oder mehreren Fällen bestätigt hat, dazu hat die Staatsanwaltschaft bisher keine Angaben gemacht. Verkäufer, deren Anzeigen auf Vinted für Spekulationen gesorgt haben, haben gegenüber AFP erklärt, dass sie tatsächlich Spielzeug verkaufen.

Vinted selbst hat auf Anfrage mitgeteilt, dass dem Unternehmen die Anzeigen bekannt sind. Bei eigenen Untersuchungen habe man aber "keine Hinweise" auf einen Zusammenhang mit Kinderhandel gefunden. Die Altersangaben bei manchen Anzeigen würden sich auf die Zielgruppe beziehen, für die das Spielzeug gedacht sei. Die hohen Preise könnten auf einen "echten Sammlerwert" hindeuten, aber auch "Provokation oder Verhandlungstaktik" sein.

Vinted betont, dass man "keine unangemessenen Inhalte" dulde und sofort einschreite, sobald ein verdächtiges Angebot entdeckt wird. Falls nötig, arbeite das Unternehmen auch mit der Polizei zusammen.

Auf Vinted werden hauptsächlich gebrauchte Kleidung und Schuhe verkauft und gekauft. Frankreich ist für das Unternehmen mit Sitz in Litauen ein wichtiger Markt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.06.2026, 11:20
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