In Frankreich wurde am Donnerstag die zweithöchste Hitzewarnstufe auch auf den Großraum Paris ausgeweitet. Laut Wetterdienst werden dort bis zu 35 Grad erwartet. Im Süden des Landes kann das Thermometer sogar auf 39 Grad klettern. Insgesamt gilt die Warnstufe für 17 Départements, vor allem im Westen Frankreichs.
Seit die jüngste Hitzewelle Westeuropa fest im Griff hat, wurden in vielen Orten Frankreichs historische Höchstwerte übertroffen. Die Regierung hat für den Nachmittag eine Krisensitzung einberufen. Ihr wird vorgeworfen, die Menschen nicht ausreichend auf die immer häufigeren und schlimmeren Hitzeperioden vorzubereiten, die eine Folge des menschengemachten Klimawandels sind.
Die Grünen-Chefin Marine Tondelier kritisierte das schrumpfende Budget für den Umweltfonds und die schleppende Renovierung von Schulgebäuden. In vielen Schulen fehlt es an Klimaanlagen, Vorhängen vor den Fenstern oder schattigen Schulhöfen. Besonders in Paris sind die Klassen oft sehr voll. In der Hauptstadt griff die Polizei außerdem ein, um Jugendliche davon abzuhalten, von einer Brücke in den Canal Saint-Martin zu springen, um sich abzukühlen.
Gesundheitsministerin Stéphanie Rist rief dazu auf, regelmäßig zu trinken, die Fensterläden tagsüber zu schließen und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou appellierte an die Baufirmen, die Arbeit auf Baustellen einzustellen, wenn die Hitze zu stark wird. Eine genaue Temperatur nannte er nicht. Im französischen Arbeitsrecht gibt es dazu keine festen Vorgaben. Bildungsminister Edouard Geffray schließt ein Verschieben der anstehenden Abschlussprüfungen in den Schulen bisher aus.
Die Temperaturen liegen in Frankreich derzeit um zehn bis 15 Grad über dem, was für diese Jahreszeit üblich ist. Zusätzlich gibt es eine Ozonwarnung für den Großraum Paris und Südfrankreich. In diesen Regionen dürfen Autos, die besonders viele Schadstoffe ausstoßen, momentan nicht fahren.