Kommen bald Instagram, TikTok und Co. für französische Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren auf den Index? Der französische Senat debattiert am heutigen Montag über ein entsprechendes Gesetz. Die Nationalversammlung, die andere Parlamentskammer, hatte einem solchen Verbot bereits zugestimmt.
Staatschef Emmanuel Macron drängt darauf, dass die Regelung bereits zum nächsten Schuljahr greift. "Je mehr die Bildschirmzeit ansteigt, desto mehr fallen die Bildungsleistungen ab. Je mehr die Bildschirmzeit ansteigt, desto stärker nehmen Probleme bei der mentalen Gesundheit zu", hatte der Präsident erklärt.
Laut heise.de hatte Frankreich bereits vor einigen Jahren versucht, ein Mindestalter von 15 Jahren einzuführen, damit Jugendliche ohne Erlaubnis der Eltern eigene Social-Media-Konten anlegen können. Das Gesetz konnte wegen der europäischen Rechtslage jedoch nicht angewandt werden.
Auch jetzt gibt es im Senat Bedenken: Ein allgemeines Verbot könnte nicht rechtmäßig sein, so die Befürchtung im zuständigen Ausschuss. Daher diskutiert das Plenum über einen abgeänderten Vorschlag.
Demnach sollen nur jene sozialen Netzwerke verboten werden, deren Inhalte oder Algorithmen der Selbstentfaltung der Kinder schaden könnten. Die französische Digital-Aufsichtsbehörde Arcom soll eine entsprechende Liste erstellen. Bei anderen Plattformen soll weiterhin die Erlaubnis der Eltern ausreichen.
In Australien ist man bereits weiter: Dort dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit Mitte Dezember keine eigenen Social-Media-Konten mehr auf großen Plattformen haben. Den Betreibern drohen bei Verstößen hohe Strafen von umgerechnet rund 29,6 Millionen Euro.