Ruth lebt schon seit Jahren in Wien-Favoriten und schätzt ihren Heimatbezirk sehr. Oft und gerne spaziert sie durch ihre Siedlung und erfreut sich an der Natur. Doch in letzter Zeit bedrückt sie ein Thema ganz besonders: Normalerweise tauchen in ihrem "Kretzerl" zu dieser Zeit schon langsam die Feldhamster auf, heuer allerdings nicht.
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"Ich konnte in den letzten Jahren oft einen Blick auf die Nager erhaschen. Dementsprechend habe ich mich dann besonders gefreut", erzählt die Wienerin im "Heute"-Talk. Die Tiere haben laut Ruth zu dieser Jahreszeit eigentlich schon längst geworfen, aber heuer hat die Tierfreundin noch kein einziges Exemplar entdeckt. Jetzt befürchtet sie, dass die Tiere möglicherweise mithilfe von Gift vertrieben wurden.
Laut Wiener Umweltschutzabteilung wird die heimische Hamsterpopulation genauestens beobachtet. Diesbezüglich bestehe derzeit keine Sorge, da bekannt ist, dass die Anzahl der Nager von einen Jahr auf das andere sehr stark variieren kann.
Wolfgang Khutter, Leiter der Wiener Naturschutzabteilung, versichert gegenüber "Heute", dass die in Österreich unter Naturschutz stehenden Hamster, im Fokus der Naturschutzaktivitäten stehen. "Hamsterpopulationen können innerhalb weniger Monate zwar um ein Mehrfaches anwachsen, aber in ebenso kurzer Zeit wieder einbrechen", so der Experte. Seitens der MA22 kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings, trotz der Schwankung, kein starker Rückgang beobachtet werden.
Aufgrund der Rattenverordnung in Wien kann es laut Khutter allerdings vorkommen, dass Feldhamster vereinzelnd Rattenköder annehmen. "Systematische Hamsterbekämpfung schließe ich allerdings aus. Zudem dürfen in Gebieten, in denen bekannt ist, dass die Tiere hier leben, keine Rattenfallen aufgestellt werden", so Khutter. Sollte das doch der Fall sein, drohen harte Konsequenzen und Anzeigen.
Laut MA22 hat Ruth also keinen Grund zur Sorge. In der Regel bringen Feldhamster bis zu drei Würfe mit durchschnittlich fünf Jungen zur Welt. Allerdings erreichen nur wenige Hamsterbabys die Geschlechtsreife. Womöglich hat die Wienerin nächstes Jahr wieder mehr Glück bei der Sichtung.