Welt

Frau lässt sich aus Angst vor Klimawandel sterilisieren

Mitglieder der "Letzten Generation" riskieren mit ihren Aktionen Haftstrafen. Eine Aktivistin gab sogar ihre Fruchtbarkeit für den Klimaschutz auf.

Mitglieder der "Letzten Generation" legten am Montag mit ihren Protestaktionen den Verkehr in ganz Berlin lahm.
Mitglieder der "Letzten Generation" legten am Montag mit ihren Protestaktionen den Verkehr in ganz Berlin lahm.
IMAGO/aal.photo

Weil sie mit ihren Aktionen immer wieder den Verkehr in ganz Deutschland lahmlegen, müssen sich die Klimaaktivisten der Gruppe "Letzte Generation" immer wieder vor Gericht verantworten, manche von ihnen haben bereits erste Haftstrafen abgesessen. In der bayrischen Stadt Regensburg stehen derzeit sieben Aktivisten vor Gericht, die Anklage lautet "gemeinschaftliche Nötigung", weil sie sich im Juni 2022 auf einer Regensburger Straße festklebten und den Verkehr damit für mehrere Stunden lahmlegten.

Die Aktivisten, im Volksmund auch "Klima-Kleber" genannt, nutzen die Gerichtsverhandlungen vor allem, um auf das dramatische Voranschreiten der Klimakrise aufmerksam zu machen – deren Aussagen während der Verhandlungen zitieren verschiedene Medien übereinstimmend. So führt einer der Aktivisten beispielsweise den Klimaforscher Joachim Schellnhuber an, der meint: "Ich sage Ihnen, dass wir unsere Kinder in einen globalen Schulbus hineinschieben, der mit 98 Prozent Wahrscheinlichkeit tödlich verunglückt". Der Aktivist könne es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, bei "der Tatenlosigkeit der Bundesregierung" selbst tatenlos zu bleiben.

"Ich kann es nicht verantworten, Kinder in die Welt zu setzen"

Eine der Angeklagten ging mit ihrem Einsatz für die Umwelt besonders weit: Laut eigener Aussage habe sie sich sterilisieren lassen, weil sie nicht verantworten könne, ein Kind in diese Welt zu setzen. Außerdem sagt sie: "Vor dem Hintergrund dessen, was auf uns und unsere Kinder zukommen wird, sei das, was mir hier vorgeworfen wird, dann absolut nebensächlich. Die Unannehmlichkeiten für die Autofahrer tun mir leid, doch ich weiß mir nicht anders zu helfen", so die 35-jährige Klima-Kleberin.

Kurios: Der ebenfalls in Regensburg vor Gericht stehende Aktivist Simon Lachner kündigt noch während der Verhandlung an, bei den Kleberaktionen in Berlin teilnehmen zu wollen. Die anwesenden Lenker im Saal, die von der Blockade betroffen waren, zeigen dagegen nur wenig Verständnis für die Aktivisten. Sie häuften wegen der Aktion Minusstunden an und mussten Mehrarbeit leisten. Das übergeordnete Ziel der Aktionen, mehr Klimaschutz, sei zwar gut und wichtig, die Aktionen würden aber eher das Gegenteil bewirken, nämlich den Unmut der Bevölkerung auf sich ziehen.

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