Eingriff mit schweren Folgen

Frau nach Beauty-OP: "Leben ist aus den Fugen geraten"

Eine Oberösterreicherin ließ sich mit 35 ein Facelift machen. Heute lebt sie mit sichtbaren Narben, Schmerzen und Scham. Jetzt will sie andere warnen.
Lea Strauch
23.06.2026, 03:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Facelift sollte ihr neues Selbstbewusstsein schenken – stattdessen lebt Sandra (Name geändert; Anm.) seit Jahren mit den Folgen einer OP, die ihr Leben nach eigenen Angaben völlig verändert hat. Heute sagt sie: "Mein Leben ist dadurch aus den Fugen geraten." Jetzt fordert die Oberösterreicherin mehr Aufklärung über Risiken ästhetischer Eingriffe.

Facelift mit 35 empfohlen

Wie die Betroffene gegenüber "Heute" schildert, saß sie Ende 2021 bei einem Beratungsgespräch eines renommierten Schönheitschirurgen im Großraum Linz. Ursprünglich sei es um ein anderes Anliegen gegangen, im Gespräch seien dann auch weitere ästhetische Themen besprochen worden. Dabei habe ihr der Arzt ein Facelift empfohlen – damals war sie erst 35 Jahre alt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Besonders beschäftigt sie heute die Frage, warum ihr sofort zu einer Operation geraten wurde: "Nach dem österreichischen Ästhetikgesetz sollte eine Operation grundsätzlich die letzte Option sein", sagt Sandra. Alternativen seien ihr damals nicht vorgeschlagen worden. Außerdem: "Vor dem Eingriff sprach ich den Arzt ausdrücklich auf mögliche sichtbare Narben und dauerhafte Veränderungen an."

"Verlasse nur noch selten das Haus"

Nach ihrer Erinnerung sei ihr erklärt worden, dass mögliche Veränderungen später "kaum oder gar nicht mehr auffallen" würden. "Auf Grundlage dieser Beratung entschied ich mich für die Operation." Doch nach dem Eingriff sei eine deutlich sichtbare Veränderung im Gesichtsbereich geblieben, die bis heute bestehe.

Die dauerhafte Veränderung ihres Aussehens belaste sie massiv: "Insbesondere die Tatsache, dass die Narbe für andere Menschen erkennbar ist, führt bei mir zu Schamgefühlen und beeinträchtigt meine Lebensqualität." Die Narbe verursache dazu bis heute Schmerzen und Spannungsgefühle.

Besonders belastend sei, dass sich Sandra durch den Eingriff wohler und schöner fühlen wollte. "Tatsächlich hat sich mein Leben seitdem grundlegend verändert", schildert sie. "Ich ziehe mich deutlich stärker aus dem sozialen Leben zurück und verlasse nur noch selten das Haus, weil ich mich mit meinem Aussehen unwohl fühle."

Schlichtungsstelle eingeschaltet

Mehrere Ärzte hätten ihr später mitgeteilt, dass eine Korrektur kaum möglich sei. "Natürlich entstehen bei jedem chirurgischen Eingriff Narben", sagt Sandra. Die Frage sei, wie sehr diese danach auffallen. "Wer sich mit modernen ästhetischen Operationstechniken beschäftigt, findet zahlreiche Beispiele, bei denen Narben praktisch unsichtbar verheilen. Genau davon bin auch ich ausgegangen."

Mehr Aufklärung gefordert

Der Fall kam schließlich vor die zuständige Schlichtungsstelle der Ärztekammer. Dort entstand bei Sandra der Eindruck, dass ihre Schilderungen und die Folgen des Eingriffs nur eine untergeordnete Rolle gespielt hätten: "Ich hatte das Gefühl, dass meine Argumente und Erfahrungen nicht ernsthaft berücksichtigt wurden."

Heute will sie andere Menschen warnen: Sie wolle "dazu beitragen, dass Menschen vor ästhetischen Eingriffen umfassend über Risiken, mögliche dauerhafte Folgen und die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert werden". Aus ihrer Sicht bestehe in diesem Bereich "ein erhebliches Spannungsfeld zwischen Werbung, Erwartungen der Patienten und den tatsächlichen Risiken".

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 23.06.2026, 03:00
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen