Der stille Notruf brachte einer 29-Jährigen Sonntag rasch Hilfe. Die Frau war zu Hause von ihrem Partner attackiert, mit dem Umbringen bedroht worden. Der Verdächtige soll sie mehrmals ins Gesicht und in den Bauch geschlagen haben.
Zum Glück konnte die Frau per App unbemerkt einen Notruf absetzen. Sofort eilten ihr Polizisten der PI Tannengasse in Rudolfsheim-Fünfhaus zu Hilfe. Noch vor dem Wohnhaus konnten die Polizisten den 29-Jährigen stellen. In der Wohnung trafen sie auf die sichtlich aufgelöste Frau. Sie berichtete von den Misshandlungen. Außerdem habe der Partner ihr mit Mord gedroht. Die 29-Jährige wurde von der Berufsrettung Wien erstversorgt und anschließend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen. Bei seiner Einvernahme zeigte er sich teilweise geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er auf freiem Fuß angezeigt. Gegen ihn wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein Waffenverbot ausgesprochen.
Über die Smartphone-App DEC112 ("Digital Emergency Call") kann laut Innenministerium ein stiller Notruf per App an die Polizei abgesetzt werden. Das System ist Teil des Gewaltschutzpakets der Bundesregierung und soll vor allem Frauen vor Gewalt in der Privatsphäre schützen.
Der Notruf kann unbemerkt ausgelöst werden. Die Kommunikation mit der Polizei wird auf ein Minimum beschränkt. Gleichzeitig übermittelt die App automatisch wichtige Informationen wie GPS-Standort, Adresse und zuvor hinterlegte persönliche Daten an die Einsatzkräfte. Der stille Notruf kommt dann zum Einsatz, wenn ein Sprach-Notruf nicht möglich ist und dennoch rasch Hilfe benötigt wird.
Laut BMI waren im Vorjahr 2025 rund 5.500 Personen registriert, davon nutzen 53 Prozent Android-Geräte und 47 Prozent iPhones. Insgesamt wurden bisher knapp 1.000 Notrufe über DEC112 abgesetzt. Rund 320 davon gingen an die Polizei über die Notrufnummer 133. Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie man über den stillen Notruf in gefährlichen Situationen unbemerkt Hilfe holen kann.