Das Sonnenwaldbad in Pulkau (Bezirk Hollabrunn, NÖ) stand unmittelbar vor dem Aus. "Wir hatten auf der Einnahmenseite, das heißt beim Verkauf von Saisonkarten und von Tagestickets, Einnahmen von 22.000 Euro. Am Ende des Jahres sind uns 114.000 Euro Abgang übrig geblieben", so Pulkaus Bürgermeister Leo Ramharter (ÖVP) zu "ORF NÖ". Doch jetzt ist die Situation eine andere.
Nach langem Zittern wurde jetzt der Rettungsring ausgeworfen: Der Förderverein Waldbad Pulkau springt ein und rettet das Freibad. Ende April sollen sich laut Ramharter der Badeausschuss der Stadtgemeinde sowie der Förderverein auf ein neues Konzept geeinigt haben.
Der Bad-Betrieb werde am 29. Mai starten, "wenn das Wetter passt", erklärt der Pulkauer Bürgermeister.
Die finanzielle Basis würden die circa 400 Mitgliedschaften bilden, so der Bürgermeister zu "ORF NÖ". Für Erwachsene kostet diese pro Jahr 150 Euro, für eine Familie 300 Euro und für Kinder 50 Euro. Daraus würden Einnahmen von circa 60.000 Euro entstehen.
Ein großer Teil der Arbeit werde der Verein ehrenamtlich machen. Der Vorstand sowie die Mitglieder sollen außerdem bei der Sanierung, Inbetriebnahme, Pflege und dem Betrieb des Freibades mitarbeiten – damit sollen die Kosten gesenkt werden.
Ramharter zufolge werde die Stadtgemeinde die Personalkosten, die Rückführung vorhandener Kredite und einen Anteil der Betriebskosten bezahlen. Die Kosten für den Badbetrieb werden von der Gemeinde derzeit auf circa 46.000 Euro geschätzt.
Die Gemeinde stelle außerdem den Badewart zu den Öffnungszeiten von Montag bis Freitag. An den Wochenenden kümmere sich dann der Verein darum.
Rene Zonschitz (SPÖ), Landtagsabgeordneter, sieht die Situation kritisch: "Dass in der Stadtgemeinde Pulkau jetzt ein Verein einspringen muss, damit das Freibad überhaupt offen bleiben kann, zeigt vor allem eines: Die Gemeinden werden in Niederösterreich von ÖVP und FPÖ mit ihren Problemen alleine gelassen."
Und weiter: "Während Schwarz-Blau wegschaut, kämpfen Gemeinden und Bevölkerung um jedes einzelne Freibad. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um leistbare Freizeitangebote, Abkühlung in immer heißeren Sommern und sichere Orte, an denen Kinder schwimmen lernen können."