Für Melanie Riedl ist "Lanin" weit mehr als nur ein Pferd. Seit elf Jahren begleitet sie der heute 17-jährige Hengst. Früher war er ein aktives Turnierpferd, stand mit ihr bei Wettkämpfen am Start und gab dort alles. Jetzt ist "Lanin" schwer krank – und Melanie kämpft um ihn.
Alles begann am 28. Jänner. "Lanin" fraß kaum noch, aus seiner Nase kam gelblicher Ausfluss. Zwei Tage später kam der Tierarzt. Zunächst blieb unklar, was dem Pferd fehlte. Doch kurz nachdem der Tierarzt wieder gefahren war, verschlechterte sich der Zustand dramatisch, der Hengst bekam 40 Grad Fieber.
"Mein Pferd hat plötzlich Atemnot bekommen und vor Schmerzen stark gezittert", erinnert sich Melanie im "Heute"-Gespräch. Der Tierarzt drehte sofort um und kam zurück zu Melanies Reithof, verabreichte "Lanin" Schmerzmittel und brachte ihn in eine Tierklinik.
Dort wurde das Tier positiv auf Druse getestet, eine hochinfektiöse Pferdekrankheit, die unter anderem die Lymphknoten angreift. Nach mehr als einer Woche durfte "Lanin" wieder nach Hause, musste dort aber acht Wochen in Quarantäne bleiben.
Für Melanie bedeutete das eine enorme Belastung. In ihrem Reitstall stehen insgesamt 50 Pferde, nur drei davon gehören ihr privat. Um die anderen Tiere zu schützen, musste "Lanin" streng getrennt werden, erzählt sie gegenüber "Heute". Melanie trug Schutzanzug, desinfizierte laufend und musste strenge Hygienemaßnahmen einhalten.
Doch die Sorgen wurden nicht weniger. Das Fieber sank zwar, der Nasenausfluss blieb. Am 15. April kam "Lanin" deshalb in eine andere Tierklinik. Dort wurde schließlich ein kaputter Zahn entdeckt, der die Beschwerden vermutlich mitausgelöst hatte. Zusätzlich kämpfte der Hengst weiter mit Druse.
"Lanin" musste zweimal operiert werden. Sein Kopf wurde aufgebohrt und gespült. Dabei der nächste Schock: Aus den Nebenhöhlen wurden Pilze ausgeschwemmt. Erst Anfang Mai konnte geklärt werden, um welche Pilze es sich handelte. Seit ein passendes Pilzmittel gefunden wurde, geht es mit dem Pferd langsam bergauf.
Die finanzielle Belastung ist enorm. Laut Melanie liegen allein die Klinikkosten mittlerweile bei rund 8.000 Euro. Dazu kommen etwa 5.500 Euro für Medikamente, Tierarzt und Untersuchungen. Jeden Tag in der Klinik wird es für sie teurer, denn die Kosten muss sie privat tragen – nicht ihr Reitstall.
"Mir geht es aktuell sehr schlecht. Die ganze Situation ist eine enorme Belastung für mich", sagt Melanie. Schlaflose Nächte und Sorgen begleiten sie seit Wochen. Trotzdem gibt sie nicht auf.
Über GoFundMe hofft Melanie nun auf Unterstützung, obwohl sie lange mit dem Schritt gezögert und Spendenentwürfe wieder gelöscht hat. Nun hat sie sich überwunden, denn sie sagt: "Er hat immer für mich gekämpft. Jetzt ist es für mich an der Zeit, für ihn zu kämpfen."