Schlägt nach dem überraschenden Aus von Titelverteidiger Roger Federer bei den French Open heute die große Stunde von Jürgen Melzer? Der Niederösterreicher trifft um etwa 16 Uhr im Viertelfinale auf Novak Djokovic. Julian Knowle spielt zudem in zwei Halbfinali.
Völlig überraschend schied Turnierfavorit Roger Federer bereits im Viertelfinale nach einer Niederlage gegen Robin Söderling (6:3, 3:6, 5:7, 4:6) aus. Der Schwede beendete damit die unglaubliche Serie des Schweizers, der bei den vergangenen 23 Grand-Slam-Turnieren immer das Halbfinale erreichte. Doch all das wird Jürgen Melzer im Moment ziemlich egal sein, er wäre ohnehin erst im Finale auf Federer getroffen.
Heute kann der Deutsch-Wagramer österreichische Tennisgeschichte schreiben - zum ersten Mal seit Thomas Muster (Australian Open 1997) könnte wieder ein Österreicher das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichen. Dafür muss Melzer heute aber erst eine harte Nuss knacken. Er trifft auf die Nummer drei der Weltrangliste, Novak Djokovic. Der große Showdown startet etwa um 16 Uhr, wegen des gestrigen Regens musste das Match nach hinten verlegt werden.
Djokovic nicht so souverän wie gewohnt
Melzer traf bisher zwei Mal auf den Serben und verlor beide Begegnungen, gewann dabei insgesamt nur einen Satz. Djokovic präsentierte sich aber bisher nicht unbedingt sattelfest und gab in drei seiner bisherigen vier Spiele in Paris jeweils einen Satz ab. Zudem wirkte der 23-Jährige konditionell nicht voll auf der Höhe. Die Chance des Lebens für Melzer, der seine Gegner gerne mit langen Ballwechseln zermürbt?
Melzer über Djokovic: "Sand ist sicher nicht sein Lieblingsbelag"
"Ich habe nichts mehr zu verlieren, aber viel zu gewinnen", meint Melzer auf laola1.at und weiß von seiner vielleicht einmaligen Möglichkeit: "Er hat schon ein paar Sätze in Paris verloren und ist dementsprechend auch nicht unangreifbar. Sand ist sicher nicht sein Lieblingsbelag." Und auch Djokovic zollt seinem Viertelfinalgegner Respekt: "Wir haben beide gute Chancen auf den Sieg. Es ist sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale und er wird definitiv nicht schon aufhören wollen. Er hat jetzt überhaupt nichts zu verlieren. Niemand erwartet von ihm, dass er hier das Finale spielen wird."
Knowle zweifach im Halbfinale
Generell läuft es in Paris verhältnismäßig gut für die Österreicher. Julian Knowle erreichte gestern sowohl im Doppel als auch im Mixed-Doppelbewerb das Halbfinale. Hingegen schied Oliver Marach im Doppel-Viertelfinale aus.