Für Anastasia Potapova ist der Traum vom Finale beim WTA-1000-Turnier in Madrid geplatzt. Die Neo-Österreicherin musste sich im Halbfinale der Ukrainerin Marta Kostjuk mit 2:6, 6:2 und 1:6 geschlagen geben.
Für Aufsehen sorgte dabei vor allem eine Szene mitten im dritten Satz. Beim Stand von 0:2 eskalierte die Stimmung in der Box völlig. Potapova lieferte sich ein hitziges Wortgefecht mit ihrem Trainer Henner Nehles– bis ihr Freund Tallon Griekspoor eingriff.
Nehles wollte seine Spielerin aufbauen und meinte: "Komm schon Anna, du bist dran." Potapova reagierte genervt und entgegnete: "Hast du dir den Spielstand schon einmal angesehen?" Das ging auch Griekspoor zu weit. Der Niederländer platzte dazwischen und stellte klar: "Anna halt jetzt endlich den Mund."
Dabei hatte er im Viertelfinale noch die Rolle des Retters übernommen – und das in einem echten Kraftakt. Potapova rang die Ex-Weltranglistenerste Karolina Pliskova nach vergebenen Matchbällen und Rückstand im dritten Satz noch mit 6:1, 6:7 und 6:3 nieder. Danach erklärte sie: "Ich war im dritten Satz mental am Boden habe nicht mehr an mich geglaubt. Aber mein Freund ist genau rechtzeitig gekommen, um mich zu retten."
Griekspoor, der aktuell die Nummer 33 der Welt ist, war nach seinem eigenen Doppel direkt zur Box geeilt und feuerte sie lautstark an. Potapova erzählte: "Er hat mir immer wieder gesagt, du kannst das schaffen, wir sind gemeinsam hier, mach einfach weiter." Dieser emotionale Push ebnete den Weg für ihren historischen Lauf. Als Lucky Loserin stürmte Potapova bis ins Halbfinale und schrieb damit Tennisgeschichte – dort war dann Endstation inklusive eines denkwürdigen Eklats in der eigenen Box.