Die enorme Freude ist in jeder Faser des 1,60 Meter großen Maestros spürbar. Schon am 30. und 31. Dezember versprühte Yannick Nézet-Seguin am Pult des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker seine unverwechselbare Energie. Am 1. Jänner 2026 dreht er nochmal so richtig auf – wenn rund 50 Millionen Menschen live zuschauen.
ORF2 überträgt ab 11.15 Uhr aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und läutet damit das neue Jahr ein. Der Frankokanadier glänzt im dunkelblauen, feinen Zwirn – diesmal mit silbernem Nagellack – schon beim ersten Stück des Klassik-Highlight des Jahres: Johann Strauß’ Ouvertüre zur Operette "Indigo und die vierzig Räuber".
Insgesamt fünf besondere Stücke, die der Dirigent gemeinsam mit Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer ausgewählt hat, feiern heute Premiere. Darunter sind auch zwei Werke von Komponistinnen: "Sirenen Lieder" von Josephine Weinlich und "Rainbow Waltz" der afro-amerikanischen Musikerin Florence Price.
Auch "Donausagen" von Carl Michael Ziehrer wird zum ersten Mal beim Neujahrskonzert zum Besten gegeben, genau wie "Malapou-Galoppe" von Joseph Lanner und "Brausteufelchen" von Eduard Strauß. Auch "Frauenwürde" von Josef Strauß wird nach 1941 zum ersten Mal wieder gespielt.
Das Neujahrskonzert gilt als weltweit meistausgestrahltes Konzert, dem jährlich mehr als 150 Länder via TV und Stream folgen. Der ORF sendet mit insgesamt 14 HD-Kameras. Die TV-Übertragung für die deutschsprachigen Länder kommentiert heuer zum vierten Mal ORF-Kulturlady Teresa Vogl.
Während der Konzertübertragung zeigt der ORF zu zwei ausgewählten Musikstücken – "Rosen aus dem Süden" und "Diplomaten-Polka", beide von Johann Strauss Sohn – zwei im Sommer produzierte Tanzeinlagen des Wiener Staatsballetts. 12 Tänzerinnen und Tänzer standen vor der Kamera, wie etwa die Erste Solotänzerin Ketevan Papava und der kürzlich neu ernannte Erste Solotänzer Timoor Afshar.
Für die Choreografie zeichnet nach zehnjähriger Pause wieder der Amerikaner John Neumeier verantwortlich, der bis 2024 mehr als 50 Jahre lang das Hamburg Ballett leitete. Die Kostüme stammen vom Schweizer Designer Albert Kriemler, Kreativdirektor des Modelabels AKRIS. Für "Rosen aus dem Süden" kreierte Neumeier im MAK eine Hommage an die sogenannte "Wiener Rose" – die berühmte Darstellung aus dem Nachlass der k. k. Wiener Porzellanmanufaktur. Die Hofburg ist Schauplatz der "Diplomaten-Polka".
Der erste Teil lässt mit Premieren aufhorchen – "Donausagen", "Malapou-Galoppe" und "Brausteufelchen" – und verwöhnt die Zuschauer und Ö1-Zuhörer auch mit Traditionellem:
1. Johann Strauß, Ouvertüre zur Operette "Indigo und die vierzig Räuber"
2. Carl Michael Ziehrer, Donausagen. Walzer, op. 446
3. Joseph Lanner, Malapou-Galoppe. op. 148 Nr. 1
4. Eduard Strauß, Brausteufelchen. Polka schnell, op. 154
5. Johann Strauß, Fledermaus-Quadrille. op. 363
6. Johann Strauß Vater, Der Karneval in Paris. Galopp, op. 100
Im zweiten Teil nach der Pause erwartet das Publikum neben zwei erstmals beim Neujahrskonzert aufgeführten Werken der Komponistinnen Josephine Weinlich und Florence Price auch gewohnt Mitreißendes zum Jahresbeginn:
7. Franz von Suppè, Ouvertüre zur Operette "Die schöne Galathée"
8. Josephine Weinlich, Sirenen Lieder. Polka mazur, op. 13
9. Josef Strauß, Frauenwürde. Walzer, op. 277
10. Johann Strauß, Diplomaten-Polka. Polka française, op. 448
11. Florence Price, Rainbow Waltz.
12. Hans Christian Lumbye, Københavns Jernbane-Damp-Galop. [Kopenhagener Eisenbahn Dampf Galopp]
13. Johann Strauß, Rosen aus dem Süden. Walzer, op. 388
14. Johann Strauß, Egyptischer Marsch. op. 335
15. Josef Strauß, Friedenspalmen. Walzer, op. 207