Friseur, Büro, Schule – so groß ist die Corona-Gefahr

Ist der Friseur-Besuch wirklich so gefährlich? Eine neue Studie liefert Hinweise.
Ist der Friseur-Besuch wirklich so gefährlich? Eine neue Studie liefert Hinweise.Getty Images/iStockphoto
Wie groß ist das Risiko, sich in geschlossenen Räumen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu infizieren? Auf diese Frage gibt es neue Antworten.

Wie weiter in der Pandemie? Das ist die seit gut einem Jahr alles beherrschende Frage. Vor allem die Ansteckungsgefahr in Innenräumen wird immer wieder diskutiert. Wie groß das Infektionsrisiko in verschiedenen öffentlichen Räumen ist und ob eine Homeoffice-Pflicht und das Maske-Tragen in Klassenräumen wirklich sinnvoll ist, zeigt eine Untersuchung von der Technischen Universität in Berlin, die auf Simulationen basiert und dem "Tagesspiegel" exklusiv vorliegt.

Demnach sind Menschen in Büros und Schulen tatsächlich einem höheren Risiko ausgesetzt als etwa im Theater oder beim Friseur– vorausgesetzt, die sogenannten AHA-L-Regeln werden eingehalten.

Die AHA-L-Regel bezeichnet – vor allem in Deutschland – die zur Eindämmung der Corona-Pandemie empfohlene Kombination der Vorsorge-Maßnahmen. Mitunter wird die Regel noch um ein C ergänzt. Dafür stehen die Buchstaben:

A – Abstandsregeln einhalten
H – Hygieneregeln beachten
A – (Alltags)Maske tragen
L – Regelmäßig und richtig lüften
C – Corona-Warn-App nutzen

Eingeatmete Aerosol-Dosis relevant

Für die Studie hat TU-Professor und Aerosol-Experte Martin Kriegel vom Hermann-Rietschel-Institut (Fachgebiet Energie, Komfort und Gesundheit in Gebäuden) zunächst für verschiedene öffentliche Räume einen sogenannten situationsbedingten R-Wert bestimmt. Dies mithilfe eines Infektionsrisikomodells, dass Experten seiner Hochschule gemeinsam mit Fachleuten des Robert-Koch-Instituts und der Berliner Charité entwickelt haben.

Wie der "Tagesspiegel" schreibt, hat Kriegel dabei unter anderem die Punkte Aufenthaltsdauer, Luftstrom und Art der im Raum durchgeführten Aktivitäten berücksichtigt. "Für das Infektionsrisiko entscheidend sei die eingeatmete Dosis an Aerosolpartikeln. Diese hänge neben der Ausstoßmenge eben auch von der Atemaktivität (Quelle und Empfänger) und der Aufenthaltsdauer im Raum ab."

Weiterhin setzte der Wissenschaftler voraus, dass die AHA+L-Regeln gemäß dem Schweizer-Käse-Modell eingehalten werden, so die Tageszeitung aus Berlin. Außerdem ging er von einer 50-prozentige Filtereffizienz der Masken aus.

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