Ein neuer internationaler Wettskandal erschüttert die Fußballwelt. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Bochum stehen 200 Spiele in insgesamt neun Ländern unter Verdacht, manipuliert worden zu sein. Elfmal soll auch Österreich Tatort gewesen sein.
Fußball-Europa ist mit dem bisher größten Wettskandal der Geschichte konfrontiert. Bei bis zu 200 Spielen soll es auf dem Rasen nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. In Österreich stehen elf Erst- und Zweitligaspiele im Jahr 2009 unter Verdacht. Wie in allen anderen betroffenen Ländern gab es auch in ganz Österreich Hausdurchsuchungen. Hier wurde aber niemand festgenommen. Bei den Tätern dürfte es sich um eine internationale Wettbande handeln.
Skandal lässt Europacup nicht aus
Die Täter sollen auch in Kroatien, Slowenien, der Türkei, Ungarn und Bosnien Spiele der höchsten Spielklasse beinflusst haben. Die Fahnder haben zudem drei Partien der Champions League und zwölf Spiele der Europa League im Visier. In Deutschland, Belgien und der Schweiz sind keine Erstligaspiele betroffen. Die Staatsanwaltschaft Bochum gab die Informationen auf der Pressekonferenz in Bochum am Freitag bekannt.
Bei der UEFA reagierte man auf die Hiobsbotschaft zutiefst betroffen. Sprecher Peter Limacher nahm sich kein Blatt vor den Mund. Er gab zu, dass es sich "zweifellos um den größten Wettskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs handelt". Der Schaden wird derzeit auf über zehn Millionen Euro beziffert. Der ÖFB war über die Ermittlungen nicht infortmiert und wurde erst kurz vor der Pressekonferenz darüber in Kenntnis gesetzt. Der Fußballbund hat bereits Kontakt zur UEFA aufgenommen.