Echtes Multi-Talent! Im Winter flog Daniela Iraschko (27) zu WM-Gold im Skispringen, im Sommer hütet sie das Tor des Fußball-Bundesligisten Wacker Innsbruck und belegt Platz vier. Vor dem Anpfiff zur Frauen-WM am Sonntag in Deutschland spricht die Überfliegerin über Tore, Flanken, Geld und Schminke.
Hilft Ihnen Ihre Sprungkraft beim „Zweitberuf“ als Torfrau?
„Sicher. Ich fliege gerne im Tor. Hin und wieder spiele ich auch im Sturm. Ich stehe auf diesen Kontrast. Beim Skispringen entscheidet sich in einer Hundertstelsekunde, ob du gut bist. Beim Fußball hast du 90 Minuten Zeit, einen Fehler auszumerzen. Zehn Kolleginnen helfen dir dabei.“
Warum betreiben Sie zwei echte Männersportarten?
„Sie machten mir schon immer Spaß. Leider habe ich erst mit 19 so richtig zu kicken begonnen.“
Wären Sie sonst Teamspielerin?
„Ich denke, ja. Würde ich nur Fußball spielen, könnte ich es auch heute noch schaffen. Skispringen hat aber Priorität.“
Frauen verstehen nichts von Fußball. Richtig oder falsch?
„Falsch. Es ist wie beim Skifahren. Rein körperlich sind es zwei verschiedene Sportarten. Taktisch und technisch sind die Frauen nicht schlechter als die Männer.“
Finden Sie es unfair, dass WM-Spielerinnen Fragen zu ihrem Lippenstift beantworten müssen?
„Messi bleibt das sicher erspart. Mir geht es im Winter auch nicht anders. Am Fußballplatz sind für mich Lippenstift und Schminke aber tabu. Wenn ich mich in den Dreck werfe, kann ich nicht erwarten, dabei gut auszusehen.“
Brasiliens Star Marta verdient mit Fußball im Jahr 500.000 Euro.
„Ich kriege 100 Euro im Monat.“
Was hat sich seit Ihrem WM-Titel Ende Februar verändert?
„Wenn ich eine Haarsträhne gefärbt habe, erkennen mich die Menschen auf der Straße.“
Wo lagern Sie Ihre Goldmedaille?
„Ich glaube, sie liegt im Auto.“
Martin Huber