Die Vuelta erlebt auf der achten Etappe eine dramatische Wende. Gesamtleader Tadej Pogacar kam 33 Kilometer vor dem Ziel in Xeraco schwer zu Sturz. Der Slowene fuhr offenbar über einen Stein, verlor die Kontrolle und flog über den Lenker auf Schulter und Kopf.
Pogacar versuchte zunächst noch weiterzufahren, musste sein Vorhaben aber schnell aufgeben. Im Krankenhaus wurden ein verschobener Bruch des linken Schlüsselbeins, ein Halswirbelbruch und eine Gehirnerschütterung festgestellt. Laut seinem Team gibt es keine neurologischen Folgen. Eine Operation am Schlüsselbein wird wegen der Gehirnerschütterung vorerst verschoben.
Und so formte Pogacar mit seiner rechten Hand das Devil-Horns-Zeichen, postete das Bild bei Instagram und unterlegte das Foto aus dem Krankenhaus mit dem Bee-Gees-Klassiker "Stayin' Alive".
Damit ist der Traum des Tour-Dominators vom ersten Vuelta-Triumph geplatzt. Pogacar hatte nach sieben Etappen bereits drei Tagessiege gefeiert und die Gesamtwertung klar angeführt. Neuer Mann im Roten Trikot ist Enric Mas, der aus Respekt auf Pogacar bei der Siegerehrung darauf verzichtete, das Trikot überzustreifen.
Für Felix Gall ändert sich die Ausgangslage im Kampf um die Gesamtwertung schlagartig. Der Osttiroler blieb auch von einem Massensturz kurz vor dem Ziel verschont und liegt nun mit 1:11 Minuten Rückstand auf Mas auf dem starken dritten Gesamtrang. Primoz Roglic ist mit einer Minute Rückstand Zweiter.
Auch Gregor Mühlberger mischt weiterhin vorne mit. Der zweite Österreicher liegt mit 5:39 Minuten Rückstand auf Platz neun. Den Tagessieg holte sich Bryan Coquart im Sprint knapp vor Mads Pedersen und Jordi Meeus.