Ganz Österreich dankt Marcel Hirscher

Das Beste kam für Österreichs Ski-Herren zum Schuss. Mit dem Slalom-Triumph von Marcel Hirscher als Schlusspunkt wird die Heim-WM in Schladming für das "Power Team" im Nachhinein wohl als Erfolg verbucht werden. "So ein Rennen auf so einem Niveau hab ich ganz selten zuvor gesehen", meinte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold nach dem goldenen und dank Mario Matt auch bronzenen Abschluss der Titelkämpfe.

Mit dem als Schlusspunkt wird die Heim-WM in Schladming für das "Power Team" im Nachhinein als Erfolg verbucht. "So ein Rennen auf so einem Niveau hab ich ganz selten zuvor gesehen", meinte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold nach dem goldenen und dank Mario Matt auch bronzenen Abschluss der Titelkämpfe. Das erste von Hirscher gepostete Foto hatte nach nur acht Minuten die Marke von 20.000 "Gefällt-Mir"-Klicks gesprengt.

Nach dem enttäuschenden Speed-Auftakt ohne Medaille in Super-G und Abfahrt war der Gegenwind für Berthold und Co. kräftiger geworden. "Klar war der Start enttäuschend. Aber Gott sei Dank haben wir uns nicht anstecken lassen von diesen lästigen und störenden Zurufen von außen. Wir haben uns als Team abgeschottet und das Ding durchgezogen", sagte der Vorarlberger.

"Wir haben jetzt eine Gaudi"

Den kritischen Stimmen richtete Berthold aus: "Die Leute, die aus dem Graben herausgekommen sind, sollen jetzt wieder dorthin zurückgehen. Und wir haben jetzt eine Gaudi. Ich bin total froh, dass dieses scheiß Medaillengerede jetzt vorbei ist."

Mit der Bronzenen von Romed Baumann in der Super-Kombination begann sich für die ÖSV-Herren das Blatt zu wenden. Es folgten Gold im Teambewerb, Silber durch Hirscher im Riesentorlauf und nun Gold und Bronze im Slalom. Dazu holten die Damen durch Anna Fenninger und Michi Kirchgasser Bronze und Silber in den technischen Bewerben. "Marcel ist im Slalom einfach extrem zuverlässig. Das war schon sehr aufregend", meinte Berthold.

20.000 "Gefällt mir"

Auch auf der Facebook-Seite von Marcel Hirscher kannte die Begeisterung nach der Gold-Fahrt kaum Grenzen. Das erste von Hirscher gepostete Foto hatte nach nur acht Minuten die Marke von 20.000 "Gefällt-Mir"-Klicks gesprengt.

Der Papa gratulierte als Zweiter

Im Planai-Zielstadion hatten 40.000 Fans mitgefiebert, dazu Hunderttausende vor den TV-Schirmen. Vater Ferdinand Hirscher war dann nach Felix Neureuther der zweite Gratulant beim neuen Slalom-Weltmeister. Marcels Trainer-Papa raste nur wenige Sekunden hinter seinem Sohn über die Ziellinie und klatschte kurz mit seinem Junior ab. "Das ist ein wunderbarer Tag der Freude." Über die Nervenstärke von Marcel meinte der Papa: "Er probiert immer, nicht an den möglichen Titel zu denken, sondern an die Bewältigung des Kurses und an die Infos, die er von den Trainern bekommt. Dann kommt der sportliche Erfolg von alleine."

Alberto Tomba als Hellseher

"Super Marcel, super Rennen, super gefahren", freute sich auch Italiens Ski-Legende Alberto Tomba mit Marcel Hirscher mit. "Ich habe schon vor einigen Tagen gesagt, dass er den Slalom gewinnen wird."

"Ein Piefke zwischen zwei Österreichern"

"Ein Piefke zwischen zwei Österreichern auf dem Podest, eine bessere Werbung für unseren Sport kann es nicht geben", sagte Felix Neureuther nach dem Slalom-Spektakel lachend. Die Stimmung bei der Fahrt von Hirscher war für Neureuther einfach nur "abartig": "Obwohl er mich geschlagen hat, hab ich das einfach nur genossen. So etwas darf man als Sportler nicht sehr oft erleben."

Fischer und Faymann jubeln

Auch die hohe Politik freute sich mit Marcel Hirscher und dem österreichischen Ski-Team. "Ich gratuliere Marcel Hirscher und dem gesamten österreichischen Ski-Team für den großartigen Erfolg bei der WM in Schladming, wo der letzte Tag in einem spannenden Finale mit Slalom-Gold durch Hirscher gekrönt wurde", sagte Bundespräsident Heinz Fischer.

"Die beiden Österreicher haben heute auf der Planai ihre Form zum richtigen Zeitpunkt ausgespielt, ich gratuliere ihnen herzlich." Sie hätten somit beim letzten Bewerb der WM für einen weiteren Höhepunkt aus österreichischer Sicht gesorgt, meinte Bundeskanzler Werner Faymann.

Darabos analysierte

Und Sportminister Norbert Darabos zeigte sich ohnehin als Kenner des Skisports: "Marcel Hirscher hat zwei souveräne Läufe gezeigt und verdient den von ganz Österreich ersehnten Einzeltitel geholt. Mit insgesamt zweimal Gold und einmal Silber ist er somit neben Ted Ligety der erfolgreichste Skiläufer dieser WM. Herausragend auch die Leistung von Doppelweltmeister Mario Matt, der einen fulminanten zweiten Lauf hingelegt hat."

Alle weiteren Stimmen zum Jubeltag in rot-weiß-rot auf Seite 2!

Marcel Hirscher (AUT/Goldmedaille): "Ich kann es eigentlich gar nicht fassen. Was soll ich sagen, das ist genial. Es war sehr schwierig, die beiden vor mir haben mit Bestzeit abgeschwungen. Ich weiß nicht, wie ich mich so ablenken konnte, so oft will ich das nicht ausprobieren. Die Stimmung war sensationell. Ich war so fokussiert, habe gespürt, dass ich gut unterwegs bin und bin die letzten Tore intelligent gefahren."

Felix Neureuther (GER/Silbermedaille): "Das ist gewaltig. Ich lasse Emotionen nicht so gerne zu, aber das war absolute Schmerzgrenze. Endlich habe ich bei einem Großereignis das geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Ich habe probiert, locker zu bleiben und das runterzubringen, was ich draufhabe. Man konnte die Geschichte nicht besser schreiben. Die Revanche von Cordoba ist mir nicht ganz gelungen, aber ich bin sehr stolz. Es war ein nicht ganz optimaler Lauf, Marcel hat es wieder einmal sehr gut gemacht. Aber das nächste Mal wird er es wieder schwerer haben."

Mario Matt (AUT/Bronzemedaille): "Ich bin sehr zufrieden mit der Bronzemedaille. Die Dichte ist so groß im Slalom, auch andere haben voll angegriffen, bei denen ist es nicht aufgegangen. Ich habe mir vom Material her leichter getan als im ersten Durchgang."

Edi Unterberger (Servicemann Hirscher): "Es war eine sehr schwierige Situation, das viele Drumherum. Aber er war locker am Start. Heute wird sicher gefeiert, aber nicht so intensiv. Es geht ja weiter und wir haben noch weitere Ziele."

Ferdinand Hirscher (Trainervater): "Das ist ein wunderbarer Tag, mit viel Freude und großer Spannung in der Früh. Wir mussten noch die Manschette (am Schuh, Anm.) wechseln. Aber es ist super gegangen. Es war extrem schwierig, aber wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Er probiert immer, nicht an Titel zu denken, sondern an die Informationen, die er vom Trainerteam bekommt. Er ist so fokussiert, dass er dann nicht an Titel denkt."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt: