Sport

Ganz Österreich feiert den "Bundes-Marcel"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:40

Doch ein wenig überraschend hat sich Marcel Koller gegen ein Angebot als Teamchef seiner Heimat und für die weitere Zusammenarbeit mit dem ÖFB entschieden. Während die Schweizer, die den 52-Jährigen schon in ihrer Tasche wähnten, geschockt sind, jubeln die Österreicher über die erfolgreichen Verhandlungen. "Heute.at" liefert ein Stimmungsbild mit den besten Zitaten von Spielern, ehemaligen Teamchefs und Fans.

. Während die Schweizer, die den 52-Jährigen schon in ihrer Tasche wähnten, geschockt sind, jubeln die Österreicher über die erfolgreichen Verhandlungen. "Heute.at" liefert ein Stimmungsbild mit den besten Zitaten von Spielern, ehemaligen Teamchefs und Fans.

Der ÖFB, die österreichischen Fans und vor allem auch mehrere Nationalspieler versuchten alles, um Koller mit Apellen die Entscheidung möglichst schwer zu machen. Diese Taktik war schlussendlich erfolgreich. Dementsprechend erfreut sind die Fürsprecher des Schweizers, darunter auch Dynamo Kiew-Legionär Aleksandar Dragovic und Marc Janko.

"Ich freue mich riesig, dass Koller verlängert hat. Jetzt können wir vollenden, was wir aufgebaut haben. Der ÖFB hat sehr gute Arbeit geleistet. Ich hoffe auch, dass wir Spieler einen Beitrag dazu geleistet haben, dass er geblieben ist", erklärte Dragovic. Auch Janko, den Koller nie im Stich gelassen hat, stieß eine Jubelmeldung aus: "Good news from ÖFB...HAPPY!"

Christian Fuchs (ÖFB-Teamkapitän):

"Das ist für uns alle eine große Freude. Jeder wollte mit ihm weiterarbeiten, dieser Meinung sind auch die Spieler, die nicht so zum Zug gekommen sind. Das allein zeigt, was er schon bewegt hat. Wir haben ihm beim letzten Lehrgang klar vermittelt, dass wir mit ihm weitermachen wollen, das hat ihm getaugt und hat vielleicht zu seiner Entscheidungsfindung beigetragen. Diesen Zuspruch hat er sich aber auch erarbeitet.

Jetzt können wir den Weg mit ihm weitergehen. Er hat in den zwei Jahren einiges auf die Beine gestellt, es wäre falsch gewesen, das alles wieder aufzugeben. Seine Stärken sind, dass er eine klare Linie geht, eine klare Ansprache hat und ein Weg erkennbar ist. Wir haben uns unter ihm von einem Underdog zu einer Mannschaft entwickelt, vor der jeder Respekt hat."

Prödl: "Muss man ihm hoch anrechnen"

Auch Sebastian Prödl gehörte zu den ersten, die Stellung nahmen: "Nicht nur ich und die Spieler, ganz Österreich hat Grund zur Freude. Das ist eine wichtige und gute Entscheidung für unseren Fußball. Ich bin positiv überrascht. Er hätte Teamchef in der Heimat werden können und hat sich für Österreich entschieden, dass muss man ihm hoch anrechnen."

Die früheren ÖFB-Teamchefs Herbert Prohaska und Josef Hickersberger sind beide über die Entscheidung überrascht, wenn auch positiv. "Ich hätte eher damit gerechnet, da ihn auch die Schweiz wollte, dass er dorthin geht. Das hätte man auch akzeptieren müssen", sagte Prohaska. "Ich glaube, der österreichische Fußball kann sehr froh und glücklich sein, dass sich Marcel Koller für eine Fortsetzung seiner Arbeit entschieden hat", sagte Hickersberger.

Facebook-User ernennt Koller zum "Bundes-Marcel"

Die "Heute"-Leser zeigten sich auf Facebook zufrieden. "Super Entscheidung Herr Koller ..Danke:-)", schrieb Userin Renate Bennier. Andere hätten ihm eine Absage an den ÖFB auch nicht verziehen: "Er beweist also doch noch Charakter - spät, aber immerhin", postete User "MannFred Fell Ing Er".

Auch auf Kollers Facebook-Seite trudelten viele Usermeinungen ein. "Einer der wenigen die sich für den schwierigeren Weg entschieden haben und nicht für den einfacheren. Das zeigt von Klasse", schrieb Thomas Insam. User "Ro Man" will ihn sogar zum "Bundes-Marcel" ernennen.

Schweizer geschockt

In der Schweiz ist man bestürzt über die Absage Kollers. Schließlich wollten ihn die Eidgenossen unbedingt in die Fußstapfen von Ottmar Hitzfeld hieven. "Der Favorit sagt ab", verkündete die Internetplattform der "Neuen Zürcher Zeitung". Geschockt gab sich auch das Internetportal "20min.ch": "Ösis freuen sich - wir gucken in die Röhre". Überrascht gab sich auch die Website der "Blick": "Schock für Schweizer Fußball: Marcel Koller sagt Nati ab!"
Lesen Sie weiter: Steckbrief Marcel Koller, 52.

Steckbrief Marcel Koller, 52

Erfolge mit Grasshopper Club Zürich:

- 25 Jahre Spieler, davon 17 Jahre Profi (1972-1997)

- 7-mal Schweizer Meister

- 5-mal Schweizer Cupsieger (Pokal)

- Schweizer Supercupsieger 1989

- 35 Europapokalspiele, 8 Tore

- 5x Teilnahme an der UEFA Champions League

- 420 Meisterschaftsspiele, 60 Tore

- 60 Schweizer-Cupspiele (Pokal)

Nationalmannschaftskarriere:

- 55 A-Länderspiele, 3 Tore

Teamchef des österreichischen Nationalteams seit November 2011.

Bilanz: 18 Spiele / 8 Siege / 3 Unentschieden / 7 Niederlagen / Torverhältnis 30 : 23

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