Zuerst erschien er wie von Geisterhand und alle wunderten sich, jetzt ist er wieder weg und alle sind traurig und suchen ihn. Die Rede ist von der legendären Mops-Statue, die Unbekannte in einer Nacht- und Nebelaktion neben Loriots Denkmal anbrachten. Jetzt ist er wieder weg und sogar der Bürgermeister fragt sich wo das putzige Tierchen hin ist.
Es begann alles mit Loriots Liebe zu Möpsen. "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos", sagte der berühmte Humorist während seines Lebens. Dann starb der Star 2011 und Stuttgart gedachte seines großen Sohnes mit einer Loriot-Stele aus Auerkalk samt Familienwappen, die im November zum Gedenken an Vicco von Bülow vor dem Haus aufgestellt worden war, in dem die Familie von 1938 an wohnte. Allerdings vergaßen die Zuständigen das Wichtigste: Der Stein-Loriot musste sein Dasein ohne Hund fristen.
Aktivisten schummelten Mops zum Denkmal
Das konnten Fans so nicht hinnehmen. Aktivisten schlichten sich eines Nachts zum Denkmal und stellten einen goldenen Mops daneben auf. Damit ging das Rätselraten los. Die Stuttgarter wollten wissen, wo der Hund herkam. Schließlich bekannten sich die Betreiber des Blogs "Kessel.TV" per Video zu der Tat. Ihnen fehlte beim Denkmal einfach "der Gag, um dieser großen Persönlichkeit gerecht zu werden", sagte Martin Elbert.
Bürgermeister sucht gemopsten Mops per Twitter
Jetzt ist der Mops gemopst worden. Sogar Oberbürgermeister Fritz Kuhn dürfte das schlaflose Nächte bereiten. Via Facebook und Twitter schaltete sich der Politiker in die Suche ein. "Ein Kriminalfall beschäftigt die Stuttgarter Stadtgesellschaft: Wurde der gemopste Mops gesichtet?", schreibt Kuhn auf Twitter. Und auch seine Mitarbeiter im Rathaus freuen sich über eine Abwechslung. "So ein auflockerndes Thema tut uns allen gut", sagte ein Stadtsprecher.
Besitzer setzen Lösegeld aus
"Kessel.TV" hat sich den Mops auf jeden Fall nicht selbst zurückgeholt. "Wir haben ihn definitiv nicht geklaut", sagt Elbert. Nun fragt sich ganz Stuttgart, was aus der rund sechs Kilo schweren Steinfigur wurde. "Kessel.TV" ist sogar bereit für die Rückkehr des Mopses zu bezahlen. Ein Lösegeld in der Höhe von 38,95 Euro wurde ausgelobt.
Vom Winde verweht? Xaver verdächtigt
Der Verdacht fiel natürlich auch auf städtische Mitarbeiter. Sie hätten den illegal installierten Hund nicht entsorgt. "Die Stadt ist unschuldig", betonte ein Sprecher. Der nächste Verdächtige ist das Sturmtief Xaver. Es wird vermutet, dass eine Böe den Hund "vom Winde verweht" und in tausende Teile zersplittern hat lassen und der Mops so zu einem der Sturmopfer wurde. Immerhin stand der steinerne Hund auf einer drei Meter hohen Säule. Das Möpschen war auch nicht sturmsicher montiert, "weil das wäre wiederum Sachbeschädigung".
Polizei stellte Ermittlungen ein
Die Polizei hat ihre Ermittlungen schon längst eingestellt, immerhin gehörte der Hund nicht zum Denkmal. Außerdem hat niemand das Verschwinden angezeigt. "Keine Beschädigten, keine Beschuldigten, keine Straftat - so ist das bei der Polizei."
Nun sucht Stuttgart weiter. Hier die "Personenbeschreibung":
steinerner Mops
27 Zentimeter groß
sechs Kilo schwer
bellt nicht
macht brav sitz
nicht besonders aktiv
stubenrein
beißt nicht
Sollten Sie dem Mops über den Weg laufen, helfen Sie, dass er wieder zu seinem berühmten Herrchen Loriot kommt!