Ein gefährlicher Zwischenfall hat am Samstagnachmittag in einem Hotel in Maria Alm (Salzburg) einen Großeinsatz ausgelöst. Gegen 16 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem im Technikraum des Betriebs Chlorgas ausgetreten war.
Auslöser war offenbar Wasser, das auf gelagertes Chlorgranulat getropft war. Dadurch kam es zu einer chemischen Reaktion, bei der Chlorgas freigesetzt wurde. Die installierte Warnanlage schlug sofort Alarm.
Wie ernst die Situation war, zeigte sich rasch: Bereits im Stiegenhaus war starker Chlorgeruch wahrnehmbar. Die Einsatzkräfte sperrten deshalb den betroffenen Gebäudeteil sowie die angrenzende Tiefgarage ab.
Zusätzlich wurden der Gefahrgutzug Pinzgau und das Atemschutzfahrzeug aus Zell am See angefordert. Mehrere Atemschutztrupps gingen mit speziellen Schutzanzügen in den Gefahrenbereich vor.
Den Feuerwehrleuten gelang es schließlich, den betroffenen Behälter zu bergen und zu sichern. Anschließend wurde er zu einem Entsorgungsbetrieb gebracht. Dort wurde das Chlorgranulat weiter mit Wasser verdünnt.
Im Hotel selbst liefen unterdessen umfangreiche Belüftungsarbeiten. Erst nach mehreren Messungen und nachdem keine Gefahr mehr festgestellt werden konnte, wurde das Gebäude wieder freigegeben.
Chlorgas ist giftig und reizt die Atemwege stark. Weil es schwerer als Luft ist, kann es sich insbesondere in tiefer gelegenen Bereichen sammeln. Beim Einatmen drohen unter anderem starke Reizungen, Atemnot und im schlimmsten Fall schwere Lungenschäden.
Insgesamt standen bei der Feuerwehr Maria Alm 20 Mann im Einsatz. Unterstützt wurden sie unter anderem von Einsatzkräften aus Lofer, Unken und Zell am See. Auch Polizei und Rotes Kreuz waren vor Ort.