AK bringt Klage ein

Gebrechlich, dement – Mann (78) kämpft um Pflegegeld

Ein älteres Ehepaar aus dem Bezirk Grieskirchen musste um gerechte Unterstützung kämpfen. Die Arbeiterkammer ging für den Mann (78) vor Gericht.
Oberösterreich Heute
30.10.2025, 03:00
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Der Pensionist aus dem Bezirk Grieskirchen kämpfte gemeinsam mit seiner Frau um eine höhere Pflegestufe. Der Grund: Neben altersbedingten Beschwerden kam eine fortschreitende Demenz hinzu – der Mann verlor zunehmend die Orientierung und brauchte rund um die Uhr Unterstützung.

AK zog für Paar vor Gericht

Die Ehefrau kümmerte sich täglich um den gebrechlichen Gatten, half bei allen Tätigkeiten und konnte ihn kaum noch allein lassen. Trotzdem blieb die zuständige Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) bei Pflegegeld-Stufe 3 – mit der Begründung, der monatliche Aufwand betrage nur 151 Stunden.

Das Ehepaar wandte sich daraufhin an die Arbeiterkammer Grieskirchen. Die Juristen waren überzeugt: Das Gutachten der Versicherung verkenne den erhöhten Aufwand, den Demenz mit sich bringt. Sie zogen vor Gericht.

Das Gericht beauftragte einen unabhängigen Sachverständigen, den Fall neu zu bewerten. Dessen Ergebnis fiel deutlich anders aus: Der Pflegebedarf liege bei über 180 Stunden pro Monat – weit mehr als bisher angenommen.

Pflegestufe 5 rückwirkend zugesprochen

Auf Basis dieses Gutachtens musste die Versicherung nachbessern. Der 78-Jährige erhielt eine höhere Pflegestufe – 5 statt 3 – und das rückwirkend ab Antragstellung. Für das Paar bedeutet das rund 700 Euro monatlich mehr Unterstützung.

"Wenn Gutachten dem Gesundheitszustand und dem Pflegebedarf der Betroffenen nicht gerecht werden, können unsere Mitglieder auf die rechtliche Unterstützung der AK zählen", so Präsident Andreas Stangl. Er ermutigt Angehörige, sich bei Unsicherheiten an die Experten zu wenden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 30.10.2025, 18:34, 30.10.2025, 03:00
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