Historischer Tiefstand

Geburten brechen ein! Bald jede dritte Frau kinderlos

In der Steiermark kamen 2025 nur noch 9.680 Kinder zur Welt. Setzt sich der Trend fort, könnte bald jede dritte Frau kinderlos bleiben.
Österreich Heute
15.08.2026, 16:43
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Immer weniger Babys kommen in der Steiermark zur Welt. Zum zweiten Mal in Folge blieb die Zahl der Geburten unter der Marke von 10.000. 2025 waren es nur noch 9.680 Kinder. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte laut Prognose der Statistiker bald jede dritte Frau in der Steiermark überhaupt kein Kind mehr bekommen, das berichtet die Kleine Zeitung.

Bereits 2024 hatte die Steiermark mit 9.938 Lebendgeborenen erstmals die Marke von 10.000 unterschritten. Im Vorjahr ging die Zahl noch einmal um 258 Kinder beziehungsweise 2,6 Prozent zurück.

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Der Vergleich mit 2021 zeigt, wie stark sich die Zahlen innerhalb weniger Jahre verändert haben: Damals wurden in der Steiermark noch 11.357 Kinder geboren.

Nur noch 1,26 Kinder pro Frau

Auch die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau geht zurück. 2023 lag sie in der Steiermark noch bei 1,33, mittlerweile sind es nur noch 1,26 Kinder. Das entspricht etwas mehr als fünf Kindern auf vier Frauen.

Der langfristige Vergleich fällt noch deutlicher aus. Laut Statistik Austria wurden 1960 österreichweit durchschnittlich 2,7 Kinder pro Frau geboren. Mittlerweile sind es nur noch 1,29. Die Steiermark liegt mit 1,26 sogar darunter.

Die sinkenden Geburtenzahlen beschäftigen inzwischen auch den steirischen Landtag. KPÖ-Chef Alexander Melinz und Klubchefin Claudia Klimt-Weithaler stellten im Juni eine Anfrage an die für das Gesellschaftsressort zuständige Vizelandeshauptfrau Manuela Khom (ÖVP), so die Kleine Zeitung. Dabei ging es um mögliche Ursachen und Maßnahmen gegen den Trend.

Viele Junge sind beim Kinderwunsch unsicher

Laut Institut für Familienforschung fällt besonders die Unsicherheit bei Menschen unter 30 Jahren auf. Viele Frauen wissen demnach nicht genau, ob und wann sie Kinder haben wollen. Bei Männern dieser Altersgruppe hat sich der Anteil jener, die kinderlos bleiben wollen, in den vergangenen Jahren sogar verdoppelt.

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Als wichtigen Grund für das Aufschieben einer Familiengründung nennt Statistik Austria finanzielle Unsicherheit vor dem Hintergrund geopolitischer und wirtschaftlicher Krisen.

Gleichzeitig bekommen Frauen ihr erstes Kind immer später. Bereits 2023 waren rund 60 Prozent der Erstgebärenden in der Steiermark älter als 30 Jahre.

"Höchstpersönliche Angelegenheit"

Vizelandeshauptfrau Khom führt das steigende Alter von Erstgebärenden und die rückläufigen Geburtenzahlen auch auf veränderte Lebensentwürfe und Familienformen zurück, berichtet die Kleine Zeitung. Viele Menschen wollten zunächst andere Lebensziele verwirklichen, bevor sie eine Familie gründen.

Die Verantwortung für die Entwicklung will Khom aber nicht den Frauen zuschieben: "Die Entscheidung für oder gegen Kinder ist eine höchstpersönliche Angelegenheit und muss selbstbestimmt getroffen werden können. Familienpolitik soll nicht vorschreiben, wie Menschen zu leben haben, sondern gute Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verlässliche Kinderbetreuung und wirtschaftliche Sicherheit."

Als Maßnahmen verweist Khom auf verschiedene Initiativen und Förderungen des Landes, darunter die Kinderdrehscheibe, Ferienbetreuungsangebote und Beratungsstellen. Im Mittelpunkt stünden eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Chancengleichheit sowie die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen.

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