Türkei! Kostet Özil-Affäre Deutschland die EM 2024?

Die von Mesut Özil angestoßene Rassismus-Debatte zieht weite Kreise. Der DFB fürchtet nun um die Chancen auf die EM-Endrunde 2024. Gegner: Türkei.

Mit einem Rundumschlag trat Mesut Özil am Montag aus dem deutschen Nationalteam ab. Der türkischstämmige 29-Jährige warf dem Deutschen Fußballbund zum Abschied Rassismus vor und löste damit eine Integrations-Debatte aus.

Der Legionär des FC Arsenal hatte vor der WM-Endrunde ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoan gemacht, damit in Deutschland einen Aufschrei ausgelöst. Am Bosporus wird die Causa nun politisch ausgeschlachtet.

Deutschland bangt um EM

Der Konflikt kommt für den DFB nicht nur aufgrund des WM-Debakels ungelegen. Der deutsche Fußballverband bemüht sich gerade um die Ausrichtung der EM-Endrunde 2024. Der einzige Gegner: die Türkei. Die Entscheidung fällt im UEFA-Exekutivkomitee am 27. September. Weitere Kandidaten gibt es nicht.

Die heiße Phase der Bewerbung dürfte auch DFB-Coach Reinhard Grindel im Amt halten. "Das sind Perspektiven für die Zukunft. Das wäre eine fantastische Geschichte, wenn wir das hinbekämen", sprach der 56-Jährige über sein Prestigeprojekt.

Job-Sorge beim DFB-Boss

Die Mehrheit der UEFA-Delegierten tendiert noch zur deutschen Bewerbung. Doch die Rassismusvorwürfe, die von Erdogan aufgegriffen wurden, bringen nun den DFB selbst Bedrängnis. Grindel, im Brotberuf CDU-Politiker, musste sich selbst vorwerfen lassen, in der "Causa Özil" nicht ideal reagiert zu haben.

Grindel soll im UEFA-Exekutivkomitee jetzt Lobbying betreiben. Er muss zeigen, dass der DFB krisenfest ist. Denn die Türkei sicherte dem europäischen Fußballverband zuletzt "eine noch nie dagewesene staatliche Unterstützung" zu. Sollte die Türkei den Zuschlag erhalten, wäre das für Grindel "noch trauriger" als das WM-Debakel. Seine Ära als Präsident wäre gelaufen. (wem)

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