Ein etwa 45 Meter hoher Sendemast "in einem privaten Garten mitten in einem Einfamilienhaus-Wohngebiet sorgt derzeit in Brunn am Gebirge für Diskussionen", machte ÖVP-Gemeindeparteiobmann Oliver Prosenbauer Anfang der Woche über ein umstrittenes Projekt in der Gemeinde aufmerksam.
Als Baubehörde erster Instanz habe Bürgermeister Andreas Linhart (SPÖ) das Bauvorhaben genehmigt. Einwände von Anrainern, wonach sich der Mast nicht in das Ortsbild einfüge und die Wohnqualität beeinträchtige, seien im Genehmigungsverfahren abgewiesen worden, so die Kritik.
"Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar errichtet plötzlich einen 45 Meter hohen Sendemast in seinem Garten – mitten in einer ruhigen Einfamilienhaussiedlung. Genau dieses Szenario droht nun in Brunn am Gebirge", so ÖVP-Gemeindeparteiobmann Prosenbauer.
Gegen das Bauvorhaben habe sich mittlerweile eine Bürgerinitiative gebildet. Zahlreiche Anrainer haben Unterschriften gesammelt und einen weiteren Einspruch gegen das Projekt eingebracht, heißt es in der Aussendung weiter.
Für die ÖVP Brunn sei klar, dass ein derart hoher Sendemast weder in ein Wohngebiet passt noch den Anrainern zugemutet werden kann.
"Aus unserer Sicht hat der Bürgermeister hier nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gehandelt. Wer einen 45 Meter hohen Sendemast mitten in einem Wohngebiet genehmigt, setzt aus unserer Sicht ein falsches Signal. Ortsbildschutz und der Schutz gewachsener Wohngebiete müssen einen deutlich höheren Stellenwert haben", so Prosenbauer.
"Wir stehen an der Seite der Bürgerinitiative und werden alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses Vorhaben zu verhindern. Sendemasten dieser Größenordnung gehören an geeignete Standorte außerhalb von Wohngebieten und nicht in private Gärten, wo sie das Ortsbild prägen und die Lebensqualität der Nachbarschaft beeinträchtigen", betont Prosenbauer.
Auf "Heute"-Anfrage heißt es in einer knappen Stellungnahme von Bürgermeister Andreas Linhart: "Es handelt sich um ein laufendes Bauverfahren, welches im Rahmen der NÖ Bauordnung abgewickelt wird und zu dem aktuell keine Auskunft erteilt werden kann."
Laut "Kurier" handelt es sich beim Projektverantwortlichen um einen Unternehmer, der betont, dass es sich um "kein profitorientiertes Handymast-Projekt" handle. Im Blackout-Fall könne die Anlage für die Gemeinde immens wichtig sein. Erst war die Anbringung an einem Asfinag-Überkopfwegweiser geplant gewesen: Aber: "Die Verlegung wurde rein durch neue Bundesvorgaben und die NIS2-Richtlinie erzwungen. Wer dieses Projekt zu Fall bringt, gefährdet nicht nur einen lokalen Betrieb, sondern die digitale Sicherheit und Krisenvorsorge unserer Gemeinde", so der Unternehmer zum "Kurier".