Ein aktueller Geheimdienstbericht schlägt Alarm: Russlands Banken könnten bald vor einer ernsten Krise stehen.
Trotz einer scheinbar stabilen Wirtschaft warnen Experten vor versteckten Risiken, die durch wirtschaftliche Schocks oder neue Sanktionen ausgelöst werden könnten.
Die Europäische Union bereitet derzeit ein neues Sanktionspaket vor, das sich auch gegen Banken und Kryptowährungs-Netzwerke richten soll. Insidern zufolge soll das Paket bereits im Juli beschlossen werden. Besonders subventionierte Kredite an Rüstungsunternehmen und Immobilienkäufer bereiten Sorge.
Wie t-online unter Berufung auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind rund zehn Prozent der Unternehmenskredite in Russland ausfallgefährdet.
Einige Großbanken meldeten im Vorjahr sogar bis zu 15 Prozent notleidende Privatkredite. Mehr als 500.000 Russen hätten im Vorjahr Privatinsolvenz angemeldet – ein Drittel mehr als im Jahr davor.
Die russische Zentralbank spielt die Risiken herunter. Der stellvertretende Zentralbankchef Filipp Gabunija betont, das Kapitalpolster der Banken sei so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Laut Experten stagniere die russische Wirtschaft zwar, eine unmittelbare Finanzkrise sei aber nicht in Sicht.
Chris Weafer von der Beratungsfirma Macro Advisory erklärt: „Russlands Wirtschaft stagniert, aber aufgrund der staatlichen Dominanz und der hohen Verteidigungsausgaben gibt es keine unmittelbare Finanzkrise.“ Die Vorstellung, dass neue Sanktionen Russland direkt in eine Krise stürzen, sei Wunschdenken – vor allem, da asiatische Länder viele Sanktionen ignorieren.
Auch Sberbank-Finanzvorstand Taras Skworzow meint, dass sich Banken und Wirtschaft an die Lage angepasst hätten. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 wurden von der EU zahlreiche Sanktionen verhängt, die USA haben manche davon zuletzt gelockert.