Der 63-jährige Heinrich W. ist auf das Corona-Management der Stadt Wien sauer. Vergangenen Dienstag wurde seine ungeimpfte Frau positiv auf das Corona-Virus getestet. Seitdem ist sie in Quarantäne. Nachdem der geboosterte Niederösterreicher zusammen mit seiner Gattin in einem Haushalt lebt, ließ er sich ebenfalls testen. Die beiden leben in der Nähe von Wien und suchen daher mehrmals die Woche die Hauptstadt und ihre Teststraßen auf.
Heinrichs Testergebnis war allerdings negativ. Trotzdem bekam er von der Stadt Wien eine Absonderungs-E-Mail, in der stand dass er positiv getestet wurde und sich in Quarantäne begeben sollte. "Ich verstehe nicht warum. Schließlich bin ich ja negativ", ärgert sich der Niederösterreicher. Er kann die E-Mail daher nicht ganz nachvollziehen.
Um das Missverständnis zu klären, rief er bei der Contact Tracing Hotline und bei 1450 an – vergeblich. "Seit Tagen versuche ich jemanden zu erreichen, doch die Leitungen sind immer überfüllt", ärgert sich der 63-Jährige. Er testet sich außerdem seit Dienstag jeden Tag gegen das Virus, das Ergebnis bleibt stets negativ. Auf die Absonderungs-Mail der Stadt Wien hat Heinrich daher nicht reagiert, er hält sich auch bewusst nicht an die Quarantäne. "Sollte mich jemand darauf ansprechen, kann ich ihm gerne meinen Impfpass und die negativen Tests zeigen", meint er im Gespräch mit der Redaktion.
"Ich finde es sehr unhöflich, dass nicht versucht wird, auf mein Problem einzugehen", ärgert sich der Niederösterreicher im "Heute"-Talk. Am Samstag fragte auch seine Corona-positive Gattin bei der Stadt Wien nach, um zu erfahren, warum ihr geboosteter Mann einen falschen Absonderungsbescheid bekam. Ihre Anfrage wurde von dem Contact Tracing Team beantwortet und der Fehler zugegeben. "Es ärgert mich, dass sich niemand bei mir entschuldigt hat", beschwert sich Heinrich.
Denn obwohl seine Frau Corona hat, zählt der dreifach Geimpfte nicht als ihre Kontaktperson. "Seit dem 8. Jänner wird nicht mehr zwischen Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 unterschieden, es gibt nur mehr 'Kontaktpersonen'. Als solche gilt man nicht, wenn man 3-fach geimpft ist oder alle Anwesenden eine FFP2-Maske getragen haben", erzählt eine Pressesprecherin der Stadt Wien in einem Gespräch mit der "Heute"-Redaktion.
Omikron wütet nach wie vor im ganzen Land, allein am Montag wurden über 27.000 Neuinfektionen festgestellt. Dementsprechend überlastet sind auch diverse Infolines wie 1450 – "Heute"berichtete. Die Stadt Wien appelliert deshalb an die Bevölkerung, verständnisvoll zu sein und etwaige Fehler – wie im Fall von Heinrich – zu verzeihen.