Ein Geisterfahrer im Bosrucktunnel hätte Sonntagfrüh auf der A9 Pyhrnautobahn fatale Folgen haben können – doch zwei ASFINAG-Mitarbeiter reagierten blitzschnell und verhinderten Schlimmeres.
Laut ASFINAG waren Herta Turdo und Stefan Neudorfer gegen 5 Uhr von Ardning in Richtung Tunnel unterwegs, als ihnen auf der Gegenfahrbahn ein Pkw auffiel: Das Auto fuhr mit eingeschalteter Warnblinkanlage in die falsche Richtung auf den Tunnel zu.
Die beiden verständigten umgehend die Operatoren in der Verkehrsmanagementzentrale Ardning. Dort wurde der Tunnel sofort auf Rot geschaltet und damit für alle weiteren Fahrzeuge gesperrt. Währenddessen fuhren Turdo und Neudorfer rasch durch den Tunnel und gelangten über die Betriebsumkehr beim Nordportal in die zweite Tunnelröhre, um den Lenker zu stoppen.
"Da haben wir das Licht des Geisterfahrers schon gesehen, wir sind am rechten Fahrbahnrand stehengeblieben, hatten Blaulicht und Folgetonhorn eingeschalten und zusätzlich den Lenker mit der Lichthupe gewarnt", schildert Neudorfer. Der Wagen fuhr zunächst noch an den beiden vorbei, blieb aber kurz darauf doch stehen.
Die ASFINAG-Mitarbeiter nahmen dem Mann, einem 57-jährigen deutschen Staatsbürger, den Autoschlüssel ab. Danach brachten sie seinen Pkw mit seinem Einverständnis aus dem Tunnel und warteten dort auf die bereits alarmierte Autobahnpolizei aus Klaus.
"Wir hatten natürlich ein mulmiges Gefühl dabei, aber wir werden auf solche Situationen ja auch gut vorbereitet und dann funktioniert man eben einfach und tut das Richtige", so Neudorfer
Als Grund für seine Geisterfahrt gab der Mann an, er habe an der Mautstation mit Bankomatkarte zahlen wollen, diese habe aber nicht funktioniert. Er sei deshalb umgedreht, um zurückzufahren.