Es war ein "Schwarzer Samstag" – acht Menschen kamen in Österreich vor genau einer Woche bei Lawinen ums Leben. Robert H. (52, Name der Redaktion bekannt) erlebte den Horror selbst, er lag vor einigen Jahren vier Stunden lang unter einer Lawine, überlebte nur knapp.
Das Unglück geschah in Bad Ischl (OÖ) auf der Hohen Schrott. Der erfolgreiche PR-Unternehmer war mit seiner Familie auf Skitour: "Es klang wie ein Kanonenschuss, dann zog es mir schon die Beine weg." Robert H. berichtet, es gab keine Fluchtmöglichkeit, "der ganze Hang beginnt sich sofort zu bewegen – ich war dem völlig ausgeliefert."
Man hört immer wieder als Tipp, man solle probieren zu schwimmen, "mein Onkel hat es versucht, keine Chance – der Schnee rund um einen ist wie harter Beton."
Robert H. wurde mitgerissen, "diese unglaubliche Kraft der Natur, der Schneemassen." Und plötzlich: "Es kam dann abrupt zum Stillstand, dann herrschte eine absolute Stille."
Es folgte der große Schock: "Ich war absolut bewegungslos, wie einbetoniert, ich konnte nicht einmal einen Finger bewegen." Das Atmen wurde zur Extremaufgabe: "Der schwere Schnee liegt wie eine undurchdringbare Maske im Gesicht."
Vier Stunden lang lag Robert H. unter den Schneemassen. Laut Statistik beträgt die Wahrscheinlichkeit zu überleben nur mehr drei Prozent. "Man will sich immerzu bewegen, doch es geht nicht, die Kraft ging mir aus, das war ein unheimlicher Stress."
Schon bald beginnt der Körper das Notsystem aufzudrehen: "Es ging fließend über in die Ohnmacht, ich bin dahingedämmert. Immer wieder bin ich kurz aufgewacht, da probiert man erneut sich zu befreien – immer wieder habe ich das Bewusstsein verloren."
Als die Retter Robert H. fanden, war er ohnmächtig. "Die haben zwei Stunden lang am Berg um mein Leben gekämpft, ich hatte nur mehr Schnappatmung – normalerweise geschieht das kurz vor dem Ende." Robert H. hatte enormes Glück: "Auch meine Retter konnten sich nicht erklären, warum ich überlebt habe."
Eine Woche lang wurde Robert im Spital wieder ganz hergestellt. Aber: "Das Erlebnis bleibt im Kopf, das war zu intensiv – es bleibt ein Trauma nach dieser Nahtoderfahrung." Seitdem hat Robert H. im Winter regelmäßig Albträume.