Dramatischer Samstag in den Salzburger Bergen! Mehrere Lawinenabgänge im Pongau forderten fünf Todesopfer. Sowohl im Großarltal als auch im Gasteinertal endeten Skitouren tödlich.
Die Bergrettung Pongau spricht von einer tragischen Serie an Unfällen. "Trotz klarer und mehrfacher Warnungen kam es heute erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang", erklärte Bezirksleiter Gerhard Kremser im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten". "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist."
Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei allen Verstorbenen um österreichische Staatsbürger, wie die "SN" weiter berichten. Wie Kremser schildert, dürften die Lawinen in allen Fällen von den Wintersportlern selbst ausgelöst worden sein – "genau in jenen Bereichen, vor denen aktuell gewarnt wird". Oberhalb von 2.000 Metern Seehöhe gilt derzeit Lawinenwarnstufe 3 („erheblich“), zudem wird mit einer weiteren Verschärfung gerechnet. Der Lawinenwarndienst warnt ausdrücklich davor, Triebschnee in steilem Gelände zu betreten.
Der erste Notruf ging gegen 12.30 Uhr bei der Bergrettung Bad Hofgastein ein. Im Bereich der Schmugglerscharte auf rund 2.200 Metern Seehöhe wurde eine Skitourengeherin im freien alpinen Gelände von einer Lawine erfasst und verschüttet. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. "Die Wiederbelebungsversuche verliefen erfolglos", teilte die Bergrettung mit.
Zur Rettung rückten der Notarzthubschrauber Martin 6, die Hundestaffel der Bergrettung, das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes sowie Peers der Bergrettung aus. Gemeldet worden war der Lawinenabgang vom Ehemann der Verunglückten.
Nur wenig später, gegen 14 Uhr, kam es im Großarltal zu einem weiteren schweren Lawinenunfall. Im Bereich des Finsterkopfs auf 2.152 Metern Seehöhe ging im freien alpinen Gelände eine Lawine ab, die sieben Skitourengeher erfasste. "Der Einsatz gestaltete sich zunächst schwierig, weil nicht gleich lokalisiert werden konnte, wo die Lawine abgegangen war", schilderte Kremser.
Bergrettungseinheiten aus Großarl, Bad Hofgastein, Bad Gastein, Dorfgastein und Hüttschlag wurden alarmiert. Vier Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Eine weitere Person erlitt schwere Verletzungen, eine Person wurde leicht verletzt, eine blieb unverletzt. Nach ersten Informationen soll es sich um eine geführte Gruppe gehandelt haben, eine offizielle Bestätigung dafür lag vorerst jedoch nicht vor.
Im Großeinsatz standen vier Rettungshubschrauber, die Hundestaffeln der Bergrettung und des Roten Kreuzes, sechs Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams, die Alpinpolizei sowie Notfallsanitäter des Roten Kreuzes.