Mehrere Verkehrsteilnehmer meldeten am 14. März um 21.39 Uhr über den Polizeinotruf einen Geisterfahrer auf der A2, der Südautobahn. Laut den Anrufern handelte es sich um ein Sattelkraftfahrzeug.
Der Lkw soll beim ASFINAG-Rastplatz Wiener Neustadt falsch auf die Autobahn gefahren und anschließend entgegen der Fahrtrichtung unterwegs gewesen sein. Der Lenker fuhr laut Polizei rund 2,3 Kilometer auf dem Pannenstreifen der Richtungsfahrbahn Wien – allerdings in Richtung Graz und damit gegen den Verkehr.
Auf Höhe von Kilometer 53,5 versuchte der Fahrer offenbar zu wenden. Dabei krachte die Front der Zugmaschine gegen die rechte Leitschiene. Durch den Aufprall kam das schwere Fahrzeug fast quer zur Fahrbahn zum Stillstand. Kurz darauf trafen Streifen der Autobahnpolizeiinspektion Warth ein.
Als die Beamten eintrafen, stand der Fahrer neben seinem Lkw. Es handelt sich um einen 41-jährigen polnischen Staatsbürger.
Der Mann war barfuß und lediglich mit kurzer Hose bekleidet. Laut Polizei wirkte er stark alkoholisiert. Ein durchgeführter Alkotest bestätigte den Verdacht der Beamten und verlief positiv. Da zunächst eine Verletzung oder eine psychische Ausnahmesituation vermutet wurde, brachte die Rettung den Mann ins Universitätsklinikum Wiener Neustadt. Dort stellte sich jedoch heraus, dass der 41-Jährige bei dem Vorfall unverletzt geblieben war.
Durch die Geisterfahrt kam es zu mehreren Unfällen mit Sachschaden. Ein Autofahrer wich dem Lkw aus und streifte dabei die Leitschiene.
Zwei weitere Lenker touchierten beim Vorbeifahren den Sattelzug, drei weitere Fahrzeuge überfuhren Fahrzeugteile auf der Fahrbahn.
Dem 41-Jährigen wurde der Führerschein abgenommen und eine Sicherheitsleistung von 4.600 Euro eingehoben. Zudem verhängte die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen ein achtmonatiges Fahrverbot für ganz Österreich. Der Mann gab an, sich wegen seiner Alkoholisierung an nichts erinnern zu können.