Letzter Platz in Bormio, letzter Platz in Wengen, letzter Platz im Kitz-Abschlusstraining, 17,25 Sekunden hinter der Bestzeit
– Simon Breitfuss Kammerlander ist DER Nachzügler der Abfahrts-Saison. Den Kopf lässt er trotzdem nicht hängen. "Ganz ehrlich, das gibt mir noch mehr Motivation", erzählt der Wahl-Bolivianer im "Heute"-Gespräch.
Den gebürtigen Tiroler mit dem klingenden Namen verschlug es bereits in der Jugend nach Südamerika. Sein Vater arbeitete dort als Ski-Lehrer. Nach dem Sport-Studium und einigen Hindernissen erhielt Breitfuss Kammerlander den bolivianischen Pass, danach heuerte er beim Ski-Verband an. Jetzt versucht er, im Weltcup Fuß zu fassen.
Im Vorjahr tastete sich der "Exot" im Super-G ans Abenteuer Streif heran. Erraten, er wurde Letzter. "Das Problem ist, dass ich keine Trainingsstrecken habe und eigentlich im Rennen die Ski testen muss. Ich habe heuer die Marke gewechselt."
Der 26-Jährige ist als Mini-Team unterwegs. "Ich bin derzeit der einzige Athlet, der für Bolivien startet. Mein Papa und ein Servicemann helfen mir. Die Ski präpariere ich zur Not selbst. Es ist gut zu wissen, wie es geht. Es ist ein hartes Geschäft."
Finanziell schaut die Lage trist aus. Breitfuss Kammerlander hat im Weltcup noch keinen Cent verdient. Im Gegenteil. "Eine Saison kostet mich um die 100.000 Euro. Letztes Jahr sind wir mit dem Auto 85.000 Kilometer gefahren. Da kommen schon einige Spritrechnungen zusammen, das ist brutal."
Einen Teil der Kosten tragen Sponsoren. "Anders würde es nicht gehen. Ich hoffe, es kommen noch welche dazu, dann fällt dieser Druck weg. Es ist nicht leicht, am Start zu stehen und zu wissen, dass man liefern muss."
Das Ziel für Samstag? "Heil ins Ziel kommen." Für den Rest der Saison steckt sich der Vollblut-Skifahrer ein hohes Ziel. "Ich möchte versuchen, in den Technik-Bewerben unter die Top 30 zu fahren."