Sport

Gewinner und Verlierer des Auftaktes in Oberstdorf

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:45

Mit einem aus österreichischer Sicht erfreulichen Ergebnis endete der Start der 63. Vierschanzentournee in Oberstdorf. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Überflieger und Bruchpiloten des Auftaktspringens.

Die Überflieger

Stefan Kraft

Der erste Weltcup-Sieg hatte sich in dieser Saison bereits angekündigt. , war dann auch für den 21-Jährigen kaum zu fassen. "Es ist ein Traum wahr geworden. Beim Tournee-Start den ersten Sieg, das ist genial. Es waren sehr schwierige Verhältnisse, ich habe mich aber nicht durcheinanderbringen lassen", freute sich der 1,70 Meter große Salzburger, der den Doppelsieg anführte.

Michael Hayböck

Der 23-jährige Oberösterreicher muss weiterhin auf seinen ersten Weltcup-Sieg warten - 6,9 Punkte fehlten dem Zweitplatzierten auf Sieger Kraft. "Von meiner Warte aus ist es der allerschönste zweite Platz. Beim Tournee-Start mein bestes Weltcupergebnis zu machen und vor allem, wenn der Zimmerkollege gewinnt. Ich bin sehr, sehr glücklich", freute sich Hayböck, der den Norweger Anders Fannemel an der Spitze der Weltcup-Gesamtwertung ablöste.

Andreas Kofler

Er war einer der großen Pechvögel in dieser Saison. In Ruka schaffte er zu Saisonbeginn noch einen vierten Platz, dann ging es bergab. Bei vier der folgenden sieben Bewerbe schaffte er es oft auch aus Windpech nicht in den zweiten Durchgang. In Oberstdorf hatte er im ersten Durchgang endlich mal das Wetterglück auf seiner Seite und nützte dies gnadenlos aus - am Ende wurde es der hervorragende fünfte Platz für den Gesamtsieger von 2010.

Kamil Stoch

Dass der Pole Skispringen kann, weiß man spätestens seit seinem Doppel-Olympiasieg in Sotschi. Der Weltmeister von 2013 und Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres hatte aufgrund einer komplizierten Knöchelverletzung bis zum Tourneeauftakt an keinem Wettbewerbsspringen teilgenommen. Lediglich drei Trainingssprünge absolvierte der Mann aus Zakopane vor Oberstdorf, was einem Meister seines Fachs offensichtlich genügt. Stoch sprang auf Anhieb auf den vierten Platz und ist dick im Geschäft um den Gesamtsieg.

Auf der nächsten Seite finden Sie die drei Bruchpiloten des Tourneeauftaktes
Die Bruchpiloten

Gregor Schlierenzauer

Ein verhauter zweiter Sprung, 44,4 Punkte Rückstand nach der ersten Station. "Die Tournee ist glaube ich Geschichte, so viel kann ich schon rechnen", hakte der Tiroler die diesjährige Tournee bereits ab. Ausgerechnet als die Teamkollegen groß auftrumpften, sollte es nicht der Tag des bislang einzigen ÖSV-Saisonsiegers (Lillehammer) sein. Die restliche Tournee verwendet er als Vorbereitung für die Nordische WM in Falun im Februar als "super Wettkampftraining auf hohem Niveau".

Die DSV-Adler

Mit einem starken Saisonauftakt (Sieg im Teambewerb von Klingenthal) und zwei Weltcup-Einzelsiegen durch Severin Freund und Richard Freitag machten sich die Deutschen selbst zu Mitfavoriten auf den Gesamtsieg. Bereits nach dem ersten Springen - Freund als bester DSV-Adler 13. - sind die Chancen auf den ersten deutschen Tourneesieger seit Sven Hannawald (2002) im Promillebereich angesiedelt. "Ich habe mir in den kühnsten Träumen nicht ausmalen können, dass unsere Topleute so schlecht springen können", ärgerte sich DSV-Cheftrainer Werner Schuster.

Simon Ammann

"Die Tournee kann man in Oberstdorf nicht gewinnen, nur verlieren" - diese alte Skisprung-Weisheit musste der Schweizer in diesem Jahr schmerzhaft am eigenen Leibe erfahren. Besonders bitter: Das letzte Ziel vierfachen Olympiasiegers war der Tourneesieg, noch einmal raffte sich der 33-Jährige auf und hängte eine weitere Saison an - und dann das: Sturz im ersten Durchgang, Platz 34, Traum zerplatzt! "Ich habe schon viele Enttäuschungen erlebt, andererseits ist es nicht schön, den Start so zu erleben. Ich brauche Zeit, um das zu verarbeiten", meinte Ammann, der sich zum Glück nicht verletzte, geknickt.

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