Gibt es ein Schwarzes Loch in unserem Sonnensystem?

Schon lange wird ein noch unentdeckter Planet am Rande unseres Sonnensystems vermutet. Zwei Wissenschaftler stellen nun eine gewagte These auf.
Was verbirgt sich hinter Neptun? Diese Frage beschäftigt Forscher schon seit Jahren. Hinter dem äußersten Planeten – ja, Pluto zählt nicht mehr als solcher – unseres Sonnensystems wurden felsige Objekte entdeckt, deren Umlaufbahnen daraufhin deuten, dass sie von einem Gravitationsfeld beeinflusst werden.

Aber was wäre so weit draußen genug reich an Masse, um Asteroiden-Flugbahnen derart zu verändern? Zahlreiche Wissenschaftler vermuten seit den 1930er Jahren, dass sich in der Dunkelheit des Alls möglicherweise noch ein weiterer, bislang unentdeckter Planet verbirgt.

Transpluto, Planet 9 bzw. Planet X (römisch 10), Nibiru – der hypothetische Planet hat schon viele Namen bekommen. Sowohl Wissenschaftler als auch Verschwörungstheoretiker können über dessen Existenz bisher allerdings nur spekulieren.

Schwarzes Loch als Erklärung?

Doch was, wenn es gar keinen Planeten gibt? Was beeinflusst die Gravitation dann? Die Teilchenphysiker James Unwin (University of Illinois) und Jakub Scholtz (Durham University) stellen jetzt eine äußerst gewagte These auf: Handelt es sich bei dem angenommenen Planeten vielleicht gar um ein Schwarzes Loch?

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dieser Frage geht das Duo nun in ihrer Studie nach, die sie auf dem Fachportal "arXiv.org" vorgestellt haben. Nun machen sich die beiden daran, ihre These zu stützen.

Suche nach Gammastrahlen

Nach einem Schwarzen Loch müsse man aber anders suchen als nach einem Planeten, erklären Unwin und Scholtz. Ausgehend von der angenommenen Entfernung des gesuchten Objekts könnten Astronomen nach Lichtflecken suchen, da sich das (dort sehr schwache) Licht der Sonne um das Schwarze Loch beugen würde. Man spricht dabei vom sogenannten Gravitationslinseneffekt.

Bei einem Schwarzen Loch, das wahrscheinlich von einer Art Heiligenschein aus Dunkler Materie umgeben wird, könnte ein Gammastrahlungsblitz ausgelöst werden. Daher wollen die Physiker mit Hilfe öffentlicher Daten des Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskops nun weiter in diese Richtung forschen.

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