Der Tod mehrerer Gänsegeier im Grenzgebiet zwischen Kärnten und Osttirol gibt nun Gewissheit: Die Tiere wurden vergiftet. Wie die Naturschutzorganisation BirdLife Österreich am Mittwoch bekanntgab, wurde bei Untersuchungen das in der EU verbotene Pestizid Carbofuran nachgewiesen.
Seit Mitte April waren in den Gemeinden Untertilliach und St. Lorenzen im Lesachtal insgesamt sieben Gänsegeier gefunden worden. Sechs Tiere verendeten, ein Vogel konnte gerettet, gepflegt und später wieder freigelassen werden.
Weil innerhalb kurzer Zeit mehrere Tiere auf engem Raum betroffen waren, vermuteten Experten früh einen Vergiftungsfall. Die nun vorliegenden Untersuchungen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Ludwig-Maximilians-Universität München bestätigten diesen Verdacht. Bei den bisher analysierten Tieren wurde Carbofuran als Todesursache festgestellt, wie "Bird Life" mitteilte.
Naturschützer gehen deshalb von einer gezielten Vergiftung aus. Der Fall zählt laut BirdLife zu den schwersten bekannten Vergiftungsfällen von Greifvögeln und Geiern in Österreich in den vergangenen Jahren.
Besonders brisant: Carbofuran gilt als hochgiftiges Nervengift. Bereits kleinste Mengen können für Vögel, Säugetiere und auch Menschen tödlich sein. Der Wirkstoff ist in der Europäischen Union seit 2008 verboten, taucht jedoch immer wieder bei illegalen Giftködern auf.
Nun sollen die Ermittlungen klären, wer hinter der Vergiftung steckt und gegen welche Tiere sich die ausgelegten Köder ursprünglich gerichtet haben könnten. Naturschutzorganisationen sprechen von einem schweren Fall von Wildtierkriminalität.