Anfang Mai sind die meisten Schwalben aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück in Österreich - doch die wechselhaften Wetterverhältnisse im Frühling machen es den beliebten Vögeln immer schwieriger, den Zug überhaupt zu überleben. Vor allem im September 2024 haben tagelanger Starkregen und ein plötzlicher Kälteeinbruch, für viele Individuen den Tod bedeutet.
„Geschwächt, durchnässt und ohne die Möglichkeit, Insekten im Flug zu fangen, endete dieses Extremwetterereignis für viele tödlich!“Evelyn HoferBirdlife, Österreich
Die Bestände der Schwalben, insbesondere der Mehlschwalben (Delichon urbicum), sind seit Jahren stark rückläufig. Aktuelle Zahlen zeigen eine katastrophale Entwicklung: In nur einem Jahr (von 2024 auf 2025) brach der Bestand um 45 Prozent ein. BirdLife Österreich informiert über die Hintergründe und zeigt auf, warum gerade jetzt gezielte Schutzmaßnahmen entscheidend sind.
Das alljährliche Brutvogel-Monitoring der Vogelschutzorganisation zeigt, dass der Bestand der Mehlschwalbe seit 1998 um im Schnitt 40 Prozent zurückgegangen ist. Besonders dramatisch ist jedoch die jüngste Entwicklung: 2025 brach der Bestand im Vergleich zum Vorjahr 2024 um 45 Prozent ein. Die Bestandsgröße für 2025 liegt um gut 60 Prozent unter dem Ausgangswert des Jahres 1998.
„Aktuell zeigen sich starke Hinweise auf das Ausmaß dieser Katastrophe: Der Verlust nahezu jeder zweiten Mehlschwalbe in nur einem Jahr ist alarmierend und trifft eine im Bestand ohnehin stark geschwächte Vogelart!“
Schwalben spielen eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem, denn immerhin vertilgen die flatternden Insektenfresser täglich große Mengen an - auch für uns unangenehme - Fluginsekten. Fliegen und Gelsen werden von den Vögeln so in Schach gehalten und durch sie natürlich reguliert.
Neben Extremwetterereignissen geraten Mehlschwalben zunehmend durch menschliche Eingriffe unter Druck. "Immer wieder werden Nester abgeschlagen – bei Renovierungen, Bauarbeiten oder schlicht aus Bequemlichkeit. Oft geschieht das sogar mitten in der Brutzeit. Was viele dabei unterschätzen: Mit jedem entfernten Nest geht nicht nur eine Brut verloren, sondern auch der Brutplatz, den Schwalben oft über viele Jahre nutzen. Das hat langfristige Auswirkungen auf die gesamte Population", erklärt Hofer.
Schwalben stehen unter Schutz!
Die absichtliche Entfernung von Vogelnestern während der Brutzeit ist in Österreich grundsätzlich verboten. Darüber hinaus dürfen dauerhafte Brutstätten (Nester, die mehrfach genutzt werden können), wie die Nester von Schwalben auch außerhalb der Brutzeit nicht zerstört werden. Sofern Nester entfernt werden müssen, ist eine behördliche Bewilligung erforderlich.
Die Missachtung kann eine Anzeige der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde (Naturschutzgesetz des Landes & §222 Strafgesetzbuch - Misshandlung, absichtliche Tötung) und entsprechende Strafzahlungen zur Folge haben.
„Schwalben sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Schon kleine Maßnahmen können einen großen Unterschied machen“
Alle weiteren Informationen dazu, wie unseren Schwalben unter die Flügel gegriffen werden kann, findest du HIER.