Tierischer Schutz

Bombastisch! Kaiser der Lüfte liebt Österreich wieder

Der Kaiseradler dürfte sich wieder bei uns richtig wohlfühlen, denn seine Population nimmt von Saison zu Saison zu. Good News!
28.08.2025, 15:16
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Traumhaft, wenn man auch positive Themen an der Tierfront behandeln darf. Der elegante Kaiseradler (Aquila heliaca) nämlich findet wieder mächtig Gefallen an Österreich und die natürliche Wiederbesiedelung trägt durch die gekonnte Schutzarbeit von Birdlife Österreich von Saison zu Saison mehr Früchte.

Wahrlich - der Kaiser der Lüfte!
©Gerhard Loidolt

81 Jungvögel

Die Bilanz ist gut, solange sie nicht stagniert oder gar rückläufig wird, weshalb man sich 2025 über insgesamt 81 Jungvögeln von 50 Brutpaaren freuen durfte.

„Unsere intensiven Schutzbemühungen tragen Früchte und die heimische Population an Kaiseradlern wächst stetig“
Matthias SchmidtGreifvogelexperte, Birdlife Österreich

"Wir konnten heuer 58 Reviere zählen, das sind gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Erfassung der Art setzten wir auf ein breites Netzwerk von engagierten Greifvogelenthusiasten, denen an dieser Stelle auch für den Einsatz herzlich gedankt sei", erzählt der glückliche Ornithologe weiter.

Niederösterreich im Trend

Die Hauptbrutgebiete der heimischen Kaiseradler liegen in den niederösterreichischen Tieflagen: Hier hielten sich 40 der 50 brütenden Kaiseradlerpaare auf. Adler bauen ihre Horste sowohl im offenen Kulturland als auch in den Wäldern. "In den Auwäldern, in denen sich rund ein Fünftel der Bruten befinden, ist der Bruterfolg deutlich höher als im offenen Kulturland. Wir gehen davon aus, dass die Vögel dort weniger Störungen ausgesetzt und damit besser geschützt sind", so Schmidt.

Jedes Jahr gibt es ein paar Tiere mehr in Österreich!
©Matthias Schmidt

Bei der Futtersuche nutzen die Adler dennoch das offene Kulturland. Auffällig war, dass bei 24 Prozent, also bei rund einem Viertel aller heurigen Bruten, je drei Jungvögel zu verzeichnen war. Im Durchschnitt waren es zwei Jungvögel je Paar, die erfolgreich aufgezogen wurden.

Späte Romantik

„Sehr ungewöhnlich ist, dass einige Kaiseradler-Paare erst sehr spät zu brüten begonnen haben, sodass ihr Jungen nach wie vor in den Horsten sitzen, während sie normalerweise ab Mitte Juli bereits flügge sind und das Nest verlassen“

Generell breitet sich die Kaiseradlerpopulation weiter nach Westen hin aus. An der niederösterreichischen Grenze zu Oberösterreich findet sich das weltweit westlichste bekannte Brutpaar dieser Art.

Größte Bedrohung

Auch wenn auch heuer wieder große Stürme im Juni und Juli mehrere Horste mitsamt den Jungvögeln abstürzen haben lassen, bleiben Vergiftungen, illegale Abschüsse und Kollisionen mit Windkraftanlagen und Zügen die größte Bedrohung für den Raubvogel.

Wildtierkriminialität ist kein Kavaliersdelikt!

Für eine lückenlose Aufklärung sind Hinweise aus der Bevölkerung essenziell. Wer verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Wildtierkriminalität macht oder Hinweise auf illegale Tötung geschützter Arten hat, wird gebeten, sich zu melden. Jede Information kann helfen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

- 📞 Polizei: 059 133 60 33 33

- 📞 BirdCrime-Hotline: +43 660 869 2327

- 📧 E-Mail: [email protected]

- 🕵️♀️ Anonyme Meldeplattform: Zur Meldestelle

"In unserer vom Menschen geprägten Landschaft lassen sich Kollisionen nur bedingt vermeiden, im Idealfall durch vorausschauende Planung und das Freihalten von Kerngebieten, in denen die Greifvogeldichte besonders hoch ist", so Schmidt: "Illegale Verfolgung ist hingegen sinnlos und unnötig! Der Verlust jedes einzelnen Tieres schmerzt und stellt eine ernstzunehmende Gefahr für den Bestand dar", so Matthias Schmidt von Birdlife.

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