Im Prinzip ist kaum ein Wildtier in Österreich per se auf "Krawall gebürstet" und verzieht sich lieber ins schützende Dickicht, wenn Menschen in der Nähe sind. Bei Wildschweinen ist aber gerade die Zeit zwischen März und Juni ziemlich gefährlich, da die Frischlinge von der Bache rigoros verteidigt werden. Die Absicht zum Angriff hört man aber in der Regel sehr genau.
Wir wissen, dass der typische Maggi-Geruch ein Indiz dafür ist, dass Wildschweine kurz vorher hier waren oder sogar noch in der Nähe sind. Spätestens jetzt sollte man sich leise und langsam zurückziehen und Hunde unbedingt sofort an die Leine nehmen, denn unsere Vierbeiner sind oftmals Grund dafür, dass Mama-Wildsau richtig grantig wird.
Besonders in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland kommen Wildschweinbegegnungen gar nicht selten vor, weshalb man sich hier als "Wald- und Naturkind" viel Wissen über Keiler, Bache und Frischling aneignen sollte.
Es muss schon blöd hergehen, dass man unabsichtlich zwischen Bache und ihrem Wurf kommt, aber wenn, kennt die Wildsau keine Gnade. Wenn sie beginnt, mit den Zähnen zu klappern, schnaubt und faucht, heißt es - RUHE BEWAHREN und den langsamen Rückzug antreten. Wegrennen - noch dazu frontal - hilft nämlich nichts, denn die Bache ist mit 40 Kilometern pro Stunde in jedem Fall schneller.
Suche eher einen Hochstand, großen Stein oder Baum zum Klettern und bewege dich seitwärts, ohne direkten Blickkontakt vom Wildschwein weg. Den Hund kurz nehmen und eher hinter dich schieben, da er meist der Auslöser für eine Attacke sein wird.
Gut, wer in der Dämmerung und in der Nacht in das Wohnzimmer von Wildschwein und Fuchs stolpert, darf sich nicht wundern, wenn er wieder verjagt wird. Auch Wildschweine sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv auf Nahrungssuche und begegnen uns selten untertags.