Der europaweit geschützte Hirschkäfer wird immer seltener, und auch in Vorarlberg sind die Zahlen stark rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden bei der Fachberatung der Dornbirner Naturschau "inatura" nur mehr vier Beobachtungen gemeldet, doch die Sichtungen der letzten Jahre zeigten bereits einen klaren Abwärtstrend:
2024: 9 Meldungen
2023: 11 Meldungen
2022: 27 Meldungen
2021: 23 Meldungen
2020: 19 Meldungen
Die Tiere leben bevorzugt in Eichen- und Eichenmischwäldern und brauchen für ihre Entwicklung tote oder absterbende Bäume beziehungsweise morsche Baumstümpfe. Die Larven entwickeln sich ausschließlich in stark von Pilzen zersetztem Holz, frisches Holz wird nicht befallen. Fehlen diese Brutplätze, kann sich der Hirschkäfer nicht vermehren. Der Rückgang von Eichenwäldern und Totholz gilt als Hauptursache für die Gefährdung der Art.
Die Stadt Hohenems setzt sich aktiv für den Schutz des Hirschkäfers ein und hat dazu mehrere sogenannte Hirschkäferwiegen errichtet. Das sind spezielle Brutstätten, in denen sich die Larven über mehrere Jahre entwickeln können.
Wenn du in Hohenems einen Hirschkäfer entdeckst, mach bitte ein Foto und schick es mit genauer Standortangabe an die Stadt ([email protected]).
Auch die Naturschau inatura bittet darum, Funde zu melden. Diese Hinweise sind wichtig für die Forschung. Neben einem Foto sind Fundort und Funddatum besonders hilfreich ([email protected]).
Da der Hirschkäfer nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt ist, dürfen die Tiere – egal ob lebendig oder tot – nicht aus der Natur entfernt werden. Hirschkäfer schlüpfen im Frühjahr und sind von Mai bis Juli unterwegs. Die besten Chancen, einen zu sehen, hast du während der Hauptpaarungszeit im Juni, meist in der Abenddämmerung. Die Tiere halten sich oft in Bäumen und Sträuchern auf, manchmal aber auch auf Hauswänden.
Auffällig ist der große Oberkiefer des Hirschkäfers und seine beachtliche Größe: Männchen werden bis zu acht Zentimeter lang, Weibchen sind mit drei bis fünf Zentimetern deutlich kleiner und unscheinbarer.