Unter Leitung der Anti-Mafia-Direktion der Staatsanwaltschaft Trient hat eine großangelegte Razzia in Italien stattgefunden. Über 100 Carabinieri waren im Einsatz und nahmen insgesamt zwölf Verdächtige fest, darunter auch drei Österreicher.
Im Fokus der Ermittlungen stand ein weitverzweigter illegaler Abfallhandel. Umweltgefährdende Rückstände aus Fernheizwerken sollen in Südtirol zu Produkten wie Grillkohle, Dünger und Baustoffen verarbeitet und in Europa verkauft worden sein – auch in Österreich.
Wie krone.at berichtet, waren laut Ermittlungsakten besonders Grillbriketts betroffen. Diese könnten beim Verbrennen gesundheitsgefährdende Stoffe wie Dioxine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) freisetzen.
Helmut Burtscher-Schaden von GLOBAL 2000 erklärt: "Falls sich die Vorwürfe bestätigen, ist das ein gravierender Umwelt- und Gesundheitsskandal." Die genannten Schadstoffe sind in der EU streng reguliert, können sich im Fettgewebe anreichern und gelten teilweise als krebserregend.
Auch Andrea Morawetz vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) kündigte an, den Fall weiter zu beobachten und Betroffene zu unterstützen. Italiens Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin lobte das Vorgehen der Behörden als wichtiges Signal im Kampf gegen Umweltverbrechen.
Mit Beginn der Grillsaison warnen Experten vor weiteren Gefahren: 2025 wurden in Österreich rund 800 Grillunfälle gemeldet, doppelt so viele wie 2016. Besonders gefährlich sind Stichflammen, wenn etwa Benzin oder Spiritus verwendet werden. Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit empfiehlt, ausschließlich feste Grillanzünder wie Zündwürfel zu verwenden.