Dritter Titel für Oliver Glasner mit Crystal Palace! Dem Österreicher gelingt bei seinem letzten Spiel als Trainer von Crystal Palace das erhoffte "perfekte Ende". Der Star-Trainer holt mit seinem Team aus dem Süden Londons den Titel in der Conference League und gewinnt in einem temporeichen Endspiel gegen das spanische Überraschungsteam Rayo Vallecano mit 1:0. Das Goldtor in der Red Bull Arena in Leipzig erzielte Top-Stürmer Jean-Philippe Mateta (51.) per Abstauber.
Es ist der erste internationale Titel für den Klub aus dem Süden Londons und der zweite für den heimischen Erfolgstrainer. Damit zieht der Innviertler auch mit Ernst Happel gleich, er hält nun – genauso wie die Trainer-Legende – bei zwei Europacup-Titeln. Der 1990 verstorbene Wiener gewann 1970 mit Feyenoord und 1983 mit dem HSV jeweils den Meistercup. Glasner triumphierte 2022 mit Eintracht Frankfurt sensationell in der Europa League und am Mittwoch-Abend mit Palace in der Conference League.
Schon vor dem Spiel war klar, dass das Finale für Glasner eine besondere Bedeutung haben würde. Es war das letzte Spiel des Österreichers als Trainer von Crystal Palace. Im Jänner wurde die Trennung zwischen dem 51-Jährigen und den Londonern bekannt, nachdem es zwischen Klub und Trainer Uneinigkeiten in der Transfer-Politik gab – die auch öffentlich ausgetragen wurden.
Dennoch setzte Palace weiterhin das Vertrauen in Glasner und das sollte sich jetzt bezahlt machen – mit dem dritten Titel in der Glasner-Amtszeit. Zuvor triumphierte er bereits im englischen FA-Cup und im Community Shield. Damit steht auch fest: Palace spielt kommende Saison in der Europa League.
In einer über weite Strecken ereignislosen ersten Hälfte, in der beide Mannschaften mit offenem Visier spielten, wurde das Glasner-Team nur einmal gefährlich – aber dafür so richtig. Mitchell (45+1.) setzte allein im Fünfer zum Flugkopfball an, verfehlte allerdings das Tor – Glasner hatte bereits zum Jubeln angesetzt. Canal+-Experte Christopher Trimmel erkannte richtig: "Den muss er aufs Tor bringen". Die erste gute Gelegenheit im Spiel verzeichnete allerdings Rayo durch Aleman (25.), der das 1:0 per Direktabnahme nach einer Flanke nur knapp verfehlte. In der 40. Minute setzte Lopez für die Spanier einen starken Distanzschuss ab, der Ball ging aber knapp am Tor vorbei.
Mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte legte Palace einen Gang zu – und wurde dafür belohnt. Top-Stürmer Mateta (51.) stand nach einem Wharton-Abschluss dort, wo ein Stürmer stehen muss, und traf per Abstauber zum 1:0. Danach hatte die Glasner-Elf großes Aluminium-Pech. Zunächst traf Daichi Kamada (56.) mit einem wuchtigen Freistoß beide (!) Stangen. Dann scheiterte Mateta (57.) am stark parierenden Rayo-Schlussmann Batalla. Die Schlussoffensive von Rayo blieb aus, Palace hingegen ließ einige gute Konter-Chancen ungenutzt. So blieb es in Leipzig beim 1:0 fürs Glasner-Team.