Am Freitag kündigte Glasner unerwartet seinen bevorstehenden Abgang von Premier-League-Klub Crystal Palace an. Der österreichische Trainer erklärte, eine "neue Herausforderung" suchen zu wollen. Er werde jedenfalls seinen im Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern, das habe er Klub-Boss Steve Parish bereits im Oktober mitgeteilt, beide Seiten hätten beschlossen, dies vorerst geheim zu halten. Glasner hatte die Londoner 2024 übernommen, den Klub letzte Saison sensationell zum FA-Cup-Titel und im August 2025 zum Sieg im Community Shield geführt.
Zuletzt lief es sportlich allerdings nicht nach Wunsch. Die "Eagles" konnten keines der letzten zehn Pflichtspiele gewinnen – inklusive einer blamablen Niederlage im FA Cup gegen den Sechstligisten Macclesfield. Am Samstag setzte es dann ein 1:2 in der Premier League gegen Sunderland.
Gefolgt von einem wahren Wutausbruch des 51-jährigen Oberösterreichers. Glasner schoss scharf gegen die Vereinsführung. Er sprach davon, sich "im Stich gelassen" zu fühlen und meinte, ihm sei "zum zweiten Mal in der Saison das Herz herausgerissen" worden. Damit meinte Glasner den am Freitag ebenso bekannt gegebenen Transfer von Kapitän Mark Guehi zu Manchester City, nachdem im Sommer bereits Star Eberechi Eze verkauft worden war. Er habe bloß "zwölf, 13 Spieler" im Kader, beschwerte sich Glasner, wenn er auf die Bank schaue, würde er "nur Kinder" sehen.
Die Aussagen des österreichischen Trainers sorgten auf der Insel jedenfalls für Aufregung. "Ich wäre überrascht, wenn er den Montagmorgen noch als Trainer erleben würde, geschweige denn das Saisonende", meinte der ehemalige Star-Tormann Shay Given dann in der Fußballsendung "Match of the Day" bei "BBC".
",Im Stich gelassen' ist eines der stärksten Worte, das man verwenden kann. Ich habe noch nie in einem Interview so eine Reaktion erlebt. Man konnte sehen, wie wütend er auf die Klub-Bosse war", ergänzte Given. Ex-Manchester-City-Verteidiger Nedum Onuoha meinte: "Es scheint, als sei er am Ende seiner Kräfte". Und der ehemalige Keeper Tim Howard meinte bei US-Sender "NBC": "Man kann so nicht öffentlich über die Klubführung sprechen und seinen Job behalten."