Crystal Palace ist in ein Tief gerutscht. Bewerbsübergreifend warten die Londoner seit bereits zehn Spielen auf einen vollen Erfolg, als Titelverteidiger schied Palace im FA Cup gegen den Sechstligisten Macclesfield aus. Am Samstag setzte es in der Premier League nun eine 1:2-Niederlage gegen Sunderland.
Und das nur einen Tag, nachdem Glasner seinen Abschied von Crystal Palace im Sommer angekündigt hatte. Der Star-Coach erklärte, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen, suche nun eine "neue Herausforderung". Das habe der Oberösterreicher der Klubführung rund um Steve Parish bereits im Oktober mitgeteilt.
Dass das Tuch zwischen Glasner und den Vereinsbossen aber bereits zerschnitten ist, zeigte sich nach der Pleite in Sunderland. Da nahm sich Glasner nämlich kein Blatt vor den Mund, ging mit den Klub-Bossen hart ins Gericht. "Ich habe das Gefühl, wir werden komplett im Stich gelassen", schoss der 51-Jährige bei der "BBC" gegen die Vereinsführung.
"Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Das geht schon seit Wochen, seit Monaten so. Wir haben zwölf, 13 Spieler aus dem Kader zur Verfügung. Das Schlimmste ist, dass unser Kapitän einen Tag vor einem Premier-League-Spiel verkauft wird", schäumte Glasner. Der Coach sprach damit den bevorstehenden Transfer von Abwehr-Ass Mark Guehi zu Manchester City an, der ebenso am Freitag publik wurde. "Wir bereiten uns vor, es ist die erste volle Trainingswoche seit September, und dann verkaufen wir unseren Kapitän einen Tag vor dem Spiel. Ich verstehe das einfach nicht", so Glasner weiter.
"Ich habe immer meinen Mund gehalten, aber jetzt kann ich nicht, weil ich meine Spieler verteidigen muss", wurde der österreichische Star-Coach dann emotional. Glasner hatte Crystal Palace letzte Saison sensationell zum FA-Cup-Titel geführt, holte im August den Community Shield. Danach wurde Eberechi Eze zu Arsenal verkauft, nun folgt Guehi. Ihm sei "zum zweiten Mal in dieser Saison das Herz herausgerissen" worden, meinte der Star-Trainer. "Ich schaue auf die Bank, da sind nur Kinder auf der Bank. Und das ist schon Wochen so. Deshalb bin ich heute wirklich frustriert", wurde der 51-Jährige deutlich.
Er habe "den Spielern gesagt, dass wir zusammenhalten müssen, wenn wir die Unterstützung nicht bekommen."
Bereits jetzt wird in britischen Medien aber darüber spekuliert, dass Glasners Wutausbruch sein Ende bei Crystal Palace bedeuten könnte.