35 Millionen verlassen Heimat

Globale Migration seit 2000 fast verdreifacht

Eine neue Studie belegt: Die weltweiten Wanderungsbewegungen haben sich seit der Jahrtausendwende nahezu verdreifacht. Die Gründe sind vielfältig.
Newsdesk Heute
17.06.2026, 16:17
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Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl jener Menschen, die jährlich ihr Heimatland verlassen, seit dem Jahr 2000 stark gestiegen. Während damals etwa 13 Millionen Menschen migrierten, waren es im Jahr 2023 rund 35 Millionen.

Für die Untersuchung kombinierten zwei Wissenschafter Künstliche Intelligenz mit umfangreichen Bevölkerungs- und Wirtschaftsdaten. Dadurch konnte ein genaueres Bild der globalen Migrationsbewegungen und deren Ursachen erstellt werden.

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Starke Migration aus Südasien und Europa

Ein Hauptstrom der internationalen Migration führte von Südasien und den Philippinen in die Golfregion. Zwischen 2010 und 2023 wanderten etwa 19 Millionen Menschen aus Indien, Pakistan und Bangladesch nach Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und in die Vereinigten Arabischen Emirate aus. Allein aus Bangladesch kamen jährlich rund 300.000 Menschen nach Saudi-Arabien.

Auch von Mexiko in die USA gab es große Wanderungsbewegungen: Seit 1990 zogen rund 13,6 Millionen Menschen über die Grenze. In Europa sticht vor allem die starke Binnenmigration hervor, insbesondere nach der EU-Osterweiterung und der Einführung des Schengenraums. Seit 1990 zogen etwa 20 Millionen Menschen von Ost- nach Westeuropa.

Afrikanische Konflikte und aktuelle Zahlen

Übertroffen wurde die europäische Binnenmigration nur von der Migration innerhalb Afrikas südlich der Sahara, etwa während des Bürgerkriegs in Ruanda oder durch Konflikte wie im Sudan und in Nigeria. Im Jahr 2015 kamen etwa 863.000 Menschen nach Deutschland, während rund 374.000 das Land verließen. 2022, nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, migrierten knapp 1,8 Millionen nach Deutschland.

Die Forscher betonen, dass ihre Methode lediglich Bewegungen über Ländergrenzen und nicht die bedeutende Binnenmigration innerhalb einzelner Staaten erfasst. Die Berechnung solcher großer Datenmengen sei äußerst komplex.

Wirtschaftliche Entwicklung als Hauptgrund

Co-Autor Guy Abel von der Universität Hongkong zieht Bilanz: „Unsere jährlichen Daten ergeben ein klareres Bild und zeigen, dass die Migrationsrate tatsächlich seit 2000 gestiegen ist.“ Der Trend sei eher durch langfristige demografische und wirtschaftliche Entwicklungen bedingt als durch kurzfristige Krisen.

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