Im Super-G auf der Tofana schrieb Brignone am Donnerstag ein echtes Ski-Märchen. Die 35-Jährige raste sensationell zum Olympiasieg im Super-G und krönte damit ihr Blitz-Comeback. Es war die erste Olympia-Goldene für die Italienerin nach einer Silbermedaille und zwei Bronzenen.
Und umso bemerkenswerter, wenn man die schwere Verletzung der 35-Jährigen im April 2025 in Erinnerung ruft. Die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin hatte bei einem Sturz im Rahmen der italienischen Meisterschaften eine mehrfache Fraktur des Schienbeinplateaus und des Wadenbeinkopfes, sowie einen Kreuzbandriss erlitten. Knapp zehn Monate später hat Brignone Olympia-Gold.
"Es ist unglaublich. Ich habe nie daran gedacht, zu gewinnen. Ich bin nur Ski gefahren. Ich habe das Unmögliche möglich gemacht", strahlte Italiens Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier bis über beide Ohren. Besonders beeindruckend dabei: Brignone hatte vor den Olympischen Winterspielen nur zwei Weltcuprennen absolviert, war in der Abfahrt dann gute Zehnte geworden, ehe sie im kurvig gesetzten Super-G zuschlug.
Gerade das hat Brignone aber wohl auch die nötige Lockerheit gegeben. "Ich war eine Außenseiterin, ich wusste, dass ich meine Skier laufen lassen, nicht perfekt Ski fahren muss. Ich habe auch keine Angst davor gehabt, Fehler zu machen", strahlte Brignone.
Die auch nach den Enttäuschungen der WM 2021 auf derselben Piste eine große Genugtuung verspürte. Brignone führte zur Halbzeit in der Kombination, schied aus, sah auch in Riesentorlauf und Slalom das Ziel nicht. Nun hat sie Gold. "Es ist einfach verrückt", strahlte sie.