Goldener Protz-Audi? "Für mich zählt nur Komfort"

Jakob Pöltl im "Heute"-Talk: Der NBA-Überflieger über seine Raptors, die Play-offs, Gigant Nowitzki, goldene Autos und Depressionen im Sport.

"Heute": "The Austrian Hammer" als Spitzname – klingt gut, oder?

Jakob Pöltl: "Das ist mehr ein Spitzname, der von den Medien verwendet wird. Er ist jedenfalls positiv besetzt und daher sicherlich okay. Aber die meisten meiner Teamkollegen kürzen Jakob mit Yak ab."

Wie groß ist der Rummel um Sie in Toronto? Werden Sie auf der Straße angesprochen?

"Toronto ist eine generell sehr sportbegeisterte Metropole. Dass ich auf der Straße angesprochen werde, kommt immer wieder einmal vor. Aber es ist eher Ausnahme als Regel und weit davon entfernt, für mich mühsam zu sein."

Die Raptors gehen im Osten als Nummer eins in die Play-offs, in der ersten Runde stellen sich die Wahington Wizards in den Weg (Spiel 1 am 14. April, 23.30 Uhr). Was ist euer Erfolgsrezept?

"Wir spielen ganz einfach als Team stark zusammen, finden meist eine gute Lösung in der Offense. Und der Kader ist tief besetzt – wir von der Bank bringen viel Energie und viel Selbstvertrauen mit."

Wer sind die Titel-Favoriten?

"Im Osten neben uns sicher die Boston Celtics und die Cleveland Cavaliers. Und die Golden State Warriors als Titelverteidiger sowie die Houston Rockets als bestes Team der Regular Season in der Western Conference."

Jakob Pöltl NBA-Meister! Spukt das in Ihrem Kopf herum?

"Nein, tut es nicht! Wir trauen uns den Titel aber auf jeden Fall zu. Es ist jedoch ein weiter, anspruchsvoller Weg."

Was sind Ihre Stärken?

"Die Spiel-Intelligenz, die Mobilität für einen Big Man, Team-Defense, Bewegung ohne Ball, Shot-Blocking und Offensiv-Rebounding."

Spektakulär sind Dunks oder Blocks – auch für Sie?

"Ja, das ist schon immer wieder ein geiles Gefühl. Am Ende sind aber die unspektakulären Aktionen genau so wichtig."

Ihr Mitspieler DeMar DeRozan hat öffentlich über Depressionen gesprochen. Wie geht es Ihnen im beinharten NBA-Rad?

"Mental-Heath-Probleme können grundsätzlich jeden treffen. Wichtig ist, dass man Hilfe sucht. Ich habe trotz der räumlichen Distanz zu meiner Familie keine Probleme, fühle mich hier wohl und akzeptiert."

Sie sind ein Top-Verdiener. Was leisten Sie sich?

"Das letzte was ich mir geleistet habe, war in der All-Star-Pause eine Woche Urlaub in Mexiko. Sonst nicht viel, wichtiger ist mir Basketball."

Das heißt, ein goldener Audi, wie ihn der deutsche NBA-Star Dennis Schröder zur Schau stellt, wäre nichts für Sie?

"Nein. Für mich zählt beim Auto in erster Linie der Komfort, ich brauche Platz für meine langen Beine. Der Rest ist mir nicht so wichtig, schon gar nicht die Farbe."

Stichwort Deutschland. Dirk Nowitzki, die lebende Basketball-Legende unserer Liebligsnachbarn, wird wohl noch ein Jahr dran hängen. Haben Sie Kontakt zu ihm?

"Nicht wirklich. Mit Dirk habe ich letztes Jahr zum ersten Mal während eines Spiels bei Freiwürfen kurz Small-Talk geführt, er hat mir damals zum Draft gratuliert. Ich kenne ihn kaum, aber er ist auf alle Fälle ein sehr cooler Typ."

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